Archive for the 'PR' Category

Medienlobbying beim Jugendmedienevent 2008: „GEMA-Scouts“ auf Schritt und Tritt

18. August 2008

Am Wochenende war ich als Referent beim Jugendmedienevent 2008, einer Veranstaltung für Nachwuchsjournalisten. Ausgerichtet wurde die viertägige Veranstaltung von der Jungen Presse, einem etablierten Jugendmedienverband. Ich habe dort Seminare zum Thema Web 2.0 geleitet. Die Arbeit mit den jungen Medienmachern ab 13 Jahren hat mir viel Spaß gemacht, wenn man sich als Referent auch zwischenzeitlich von den Veranstaltern ein wenig allein gelassen vorkam. Im Moment beschäftigt mich aber eher eine Randerscheinung des Events:

„Scouts“ weisen den rechten Weg

Offenbar waren die in weiten Teilen minderjährigen Teilnehmer rund um die Uhr von einem PR-Team der GEMA umgeben. Die GEMA nennt sie jugendlich-sympathisch „Scouts“. Ihre Aufgabe war, den Jungjournalisten unter den Fuß zu geben, wie toll die GEMA und wie verwerflich das illegale Herunterladen von Musik sei. In der Pressemitteilung der GEMA liest sich das so:

„Sieben GEMAscouts – selbst Schüler im Alter von 13 bis 18 Jahren – sind vor Ort und vermitteln als Botschafter der GEMA den Jung- und Schülerzeitungsredakteuren ihr Wissen über die kreative Leistung von Musikschaffenden. Mit ihrer Aufklärungsarbeit tragen die GEMAscouts dazu bei, das Bewusstsein für den Wert von Musik zu schärfen, denn Texten und Komponieren von Musik ist trotz zunehmender Digitalisierung sehr zeit- und arbeitsintensiv.“

So viel zum PR-Sprech. Für die Teilnehmer stellte es sich so dar: Die sieben „GEMAscouts“ mischten sich über die gesamte Dauer des Events unter die Teilnehmer, beim Essen, beim Schlafen in der Turnhalle, beim Freizeitprogramm. Und gingen einigen gehörig auf die Nerven.

Kein Hinweis

Die GEMA trat unter vielen anderen als Partner des Jugendmedienevents auf. Es gab eine Diskussionsrunde zum Thema Copyright & Co mit Ulf Herrmann, Manager Online & Mobile bei der GEMA, und weiteren Vertretern der Musikbranche. Auf der offiziellen Website des Jugendmedienevents gibt es aber keinen Hinweis auf die Anwesenheit eines solchen PR-Teams. Lena Scholz, Mitglied der Veranstaltungsleitung, erkärt, dass die sieben GEMA-Scouts „eigentlich nur normale Teilnehmer“ waren, deren Teilnahme von der GEMA finanziert wurde. Mehr habe man von denen nicht mitgekriegt. Allerdings hat die GEMA den Evaluationsbogen der Veranstaltung anscheinend gleich für die Messung ihrer eigenen PR-Aktivität genutzt: Auf dem Bogen befanden sich auch Fragen zur GEMA und zu illegalen Downloads.

Da treiben sich also Leute mit klarem PR-Auftrag (die selbst noch Jugendliche sind) als ganz normale Teilnehmer auf einer Veranstaltung für junge Nachwuchsjournalisten herum und sagen ihr Sprüchlein auf. Die Aktion bleibt für die Teilnehmer und deren Erziehungsberechtigte völlig unangekündigt und unkommentiert. Es mag ja völlig rechtens sein. Mir graut trotzdem davor, dass das Schule macht.

Rechtlich und PR-Ethisch in Ordnung

Der Vorsitzende des Deutschen Rats für Public Relations Richard Gaul weist für PR-Ethik allgemein auf den Grundsatz des „offenen Visiers“ hin: Ist eine PR-Aktion als solche zu erkennen bzw. der Auftraggeber klar ersichtlich, ist die PR in dieser Hinsicht in Ordnung. Die „GEMA-Scouts“ trugen T-Shirts mit GEMA-Aufdruck. Es sieht so aus, als sei diesem Grundsatz Genüge getan – wenn auch so mancher die Shirts erst für Promo-Ware gehalten und sich nichts dabei gedacht hat. Besonders schlau kann man die Aktion trotzdem nicht nennnen, denn manche Teilnehmer waren gar nicht begeistert. Sie machten sich auch in den Feedbackbögen der Veranstaltung Luft, wie mir eine Referentin berichtete. Dass die nun glühende Befürworter der GEMA werden, ist zweifelhaft.

Woher kommen die GEMA-Scouts?

Dank Lukas, der einen der beim Jugendmedienevent im Vorfeld des Jugendmedienevents durch die Junge Presse unter die Leute gebrachten Flyer gescannt hat (Text hier), und der Kommunikationsabteilung der GEMA bin ich nun schlauer. Ich zitiere: „Bei der BRAVO Supershow 2007 haben sich mehrere Hundert Jugendliche als GEMAscouts beworben.“ 23 davon wurden ausgelost, 22 verbleiben. „Bevor die GEMAscouts ihrer Aufgabe, z.B. in Form von freiwilligen Vorträgen in ihrere Klasse, nachkommen konnten, fand in den vergangenen Monaten ein Kennenlernen mit der GEMA bei Konzerten von Roger Cicero statt – Meet&Greet inklusive! Zum großen gemeinsamen Auftakt kamen Anfang Mai ale Scouts nach Nürnberg zum GEMAscouts-Workshop. Zur Einstimmung wurde am Vorabed die BRAVO Supershow besucht.“ Aha.

Zur Klarstellung: Ich bin selbst Produzent geistigen Eigentums und sicher nicht für dessen Diebstahl. Ich kaufe gern CDs. Es geht mir hier also nicht um den Inhalt, sondern um die Form, und die finde ich nicht gerade zukunftsweisend.

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Microblog-Monitoring-Möglichkeiten

8. April 2008

Arme Unternehmen, arme Berater. An dieses neue, unkontrollierbare und schwer durchschaubare, vor allem aber verdammt schnelle Ding namens Blog hat man sich so gerade gewöhnt, und nun kommt dieses Twitter daher wie Blogs auf Extasy. Die institutionalisierte Abwesenheitsmitteilung, die Nebensächlichkeiten der ganzen Welt, wildes Gezwitscher. Was machen wir damit? Am besten erst mal ignorieren: „Irrelevant, was soll auf 140 Zeichen schon passieren?“

Zwei Beispiele belehren uns eines besseren: Die Nachricht vom Konflikt zwischen erstiVZ und studiVZ wegen angeblicher Markenrechtsverletzungen machte zunächst bei Twitter die Runde, bevor sie nach und nach Einzug in die Blogs hielt. Erst als Spiegel Online anrief, zog studiVZ die Bremse. Twitter war über die ganze Dauer Motor und Seismograph der Diskussion.

Manch ein amerikanisches Unternehmen ist da schon weiter, wie Michael Arrington von Techcrunch schreibt: Der DSL-Provider Comcast beobachtet Twitter offenbar sehr genau. Bei einem Netzausfall und nach fruchtloser Zeit an der Hotline des Anbieters machte Arrington seinem Ärger bei Twitter Luft. Daraufhin rief ihn ein Comcast-Mitarbeiter an, die Störung wurde umgehend behoben.

Was kann die Unternehmenskommunikation unternehmen? Die Antwort kann nicht in jedem Fall lauten, sich in den Brandherd zu setzen. Selbst twittern ist die Kür, dieses Instrument muss zur Marke und ihrem Kommunikationsstil passen, braucht ein wenig Fingerspitzengefühl und Zeit. Finger weg, wenn das nicht gegeben ist. Ein wenig Beobachtung kann aber nicht schaden. Von der Public Timeline, in der ungefiltert sämtliche weltweiten Nachrichten dargestellt werden, sollte man sich dabei nicht abschrecken lassen. Eine Reihe von Monitoring-Instrumenten erleichtert die Beobachtung, auch ohne selbst bei Twitter angemeldet zu sein.

Wer sich einen Überblick darüber verschaffen will, welche Themen, Firmen und Produkte bei Twitter gerade heiß diskutiert werden, kann das bei Twitterverse tun. In einer Tagcloud werden dort die meistgenannten Worte gelistet. Den Vergleich der Nennungshäufigkeit mehrerer Schlagworten ermöglicht Tweetvolume, zum Beispiel zwischen „Clinton“ und „Obama“. Dass Obama weit vorne liegt, überrascht nicht. Er bedient die internetaffinere Klientel und betreibt auch bei Twitter die bessere Kommunikation. Zum Beispiel indem er seine Fans nach den Regeln der Attention Economy belohnt: Jede „follow“-Anfrage wird ebenso beantwortet.

Über die reine Quantität hinaus gehen Schlagwort- und Suchdienste: Hashtags sammelt alle Tweets (Twitter-Nachrichten), die mit „#Schlagwort“ zugeordnet wurden. Allerdings müssen die erfassten User zuvor einen bestimmten Twitter-Account zu ihren Freunden hinzugefügt haben. Diese Einschränkung gilt für Twemes zwar nicht, beide vereint aber ein Haken: Was nicht explizit verschlagwortet wurde, wird nicht erfasst. Das macht diese Dienste zu guten Tools zur Gruppen-Kommunikation z.B. für Veranstaltungen, aber fürs Monitoring kaum brauchbar.

Simpel und gut für diese Zwecke ist Tweet Scan. Komfortable Details: Man kann sich Permalinks und RSS-Feeds für spezifische Suchen, etwa nach Kaffee, anlegen. So kann man sich per Feed Reader oder Feed Aggregator über Tweets zur eigenen Firma, Mitbewerbern und wichtigen Schlagworten übersichtlich auf dem Laufenden halten.

Auf ein neues Tool bin ich gestern bei Klaus Eck gestoßen: Über Quotably lassen sich Konversationen bequem mitverfolgen, zum Beispiel meine oder die von sonntagmorgen.

Eine Warnung zum Schluss: Arrington rät nun jedem Kunden, der ein Problem mit Comcast hat, sich die Zeit in der Warteschleife zu sparen und gleich auf Twitter zum öffentlichen Angriff zu blasen. Die Kunden bemerken, dass dieser Rückkanal effektiver ist. Spricht das also gegen eine Reaktion auf Twitter-Nachrichten, Blogs & Co.? In meinen Augen spricht es eher dafür, es nicht so weit kommen zu lassen, sondern den Kunden einen bequemen und direkten Rückkanal zu bieten.

Nahezu alles, was man über Twitter wissen sollte, steht im „Big Juicy Twitter Guide„.Eine
umfassende Liste der verfügbaren Microblog-Monitoring-Services einschließlich der Twitter-Konkurrenten Pownce und Jaiku bietet Internetszene.

Blog-Dresche für StudiVZ nach Abmahnung an Studenten

15. Februar 2008

Die Blogosphäre hat einen neuen Aufreger: Die Nachricht von der Abmahnung von ErstiVZ durch StudiVZ hat schnell die Runde gemacht. Bei Twitter ist dicke Luft, das Netzwerk bezieht dort zur Zeit nur noch Prügel. Die Meldung, dass es seinerseits durch den Verbraucherzentrale Bundesverband abgemahnt wurde, ruft hämische Freude hervor.

Zumindest ist turi2 die Causa ErstiVZ eine kleine Meldung wert und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Mainstream-Onlinemedien für den Fall interessieren. Schließlich ist die Story zu gut: Von den Medien mittlerweile nicht mehr so geliebtes Millionen-Netzwerk mahnt kleines Studentenprojekt ab. Und in Maßstäben des gesunden Menschenverstandes ist das auch ein Aufreger, aus der Perspektive der Juristen ein ganz normaler Vorgang.

Die renommierte Kanzlei, die StudiVZ in solchen Dingen mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt hat, macht vernünftig ihren Job. Es sind Anwälte und keine PR-Berater. Und eventuell gab es auch keine Rückfrage in der StudiVZ-PR-Abteilung, keine Recherche, wer denn dieser Peter Großkopf ist (sie hätten ihn bis gestern auf der eigenen Plattform gefunden) und keine Berücksichtigung des Faktums, dass ErstiVZ seinen User sogar ausdrücklich den Eintritt ins StudiVZ empfohlen hatte. Das ist schade und lässt einen wieder über den Stellenwert der Managementfunktion PR nachdenken.

Gegen die kommerziellen Angebote pokerVZ und fußballerVZ hat StudiVZ seine Ansprüche offenbar schon vor längerem und völlig geräuschlos durchgesetzt. ErstiVZ ist ein Non-Profit-Projekt, das über Adwords noch nicht einmal seine Kosten deckt, seine Macher sind vernetzt und glaubwürdig, sodass diese „Kanonen auf Spatzen“-Reaktion nun auffällt.

Ich habe gestern noch mit Peter gesprochen, der sich sehr vernünftig zurückhält und auf Verständigung setzt, während um ihn herum die Aufregung groß ist. Eventuell hat StudiVZ ja noch ein Einsehen und zahlt seinen Anwalt selbst. Es wäre schon schade, wenn ein Student, der seinen nachrückenden Kommilitonen eine Orientierung bieten wollte, nun aufgrund der Rechtsansprüche DER hiesigen Studentencommunity auf Spenden angewiesen ist.

Identitäts-Sammelalben – für wen?

21. November 2007

Vor kurzem hat mich ein Uni-Newsletter mit dem Schwerpunkt Online-Reputation erreicht. Nun ist das Thema also endlich auch in Institutionen wie Universitäten angekommen. Ganz neu ist es ja nicht, es ist nur über die Social-Network-Mitmach-Euphorie in Vergessenheit geraten. Jetzt kommt möglicherweise für die ersten Bewerber der Kater, wenn Personaler sie mit Fotos konfrontieren, auf denen sie herzlich eine Klobrille umarmen. Diverse Firmen wollen in diese Lücke stoßen. Ich halte diesen Markt für spannend und äußerst schwierig.

Der Amerikanische Dienst ReputationDefender tritt amerikanisch-Hemdsärmlig auf, mit den Stufen „search“ und „destroy“ macht er sich auf die Jagd nach rufschädigenden Inhalten über seine Klienten. Denen wird versprochen, dass missliebige Inhalte durch eine selbstentwickelte Technik und zeitraubende Arbeit entfernt würden. Für mich ist das bisher eher eine rechtliche als eine technische Frage gewesen.

Ich habe selbst vor einiger Zeit ein Konzept für die Abbildung von Reputationen im Netz entworfen, das auf Fremdeinschätzungen, also Empfehlungen und Kommentaren, basieren sollte, aber den Gedanken vorerst verworfen. Ein wenig in diese Richtung sollte auch mywhitelist gehen, von dem man aber nicht viel gehört hat. Im Moment wird dort umgebaut.

my ON-ID arbeitet mit Selbsteinschätzungen: Man sucht Inhalte über sich selbst aus dem Netz aus, die man präsentieren möchte, kann diese in eine Reihenfolge einordnen und kommentieren. Eine Art Online-Sammelalbum also, das sich, wie my ON-ID verspricht, für die meisten Personen weit oben unter den Google-Ergebnissen einreiht.

Nun frage ich mich aber: Wer will das lesen? Warum sollte ich mich mit selektiven, einseitig gefärbten Informationen begenügen, wenn ich auf der Suche nach Informationen über einen Menschen bin? Wenn ich bei Google suche, reicht mir das meist eben nicht. Dann bin ich auf der Suche nach den unzensierten, unkommentierten Informationen, im Zweifelsfall auch nach Flecken auf der weißen Weste. So wie gute Journalisten sich nicht mit der Pressemitteilung eines Unternehmens abfinden, würde ich solche Sammlungen immer kritisch hinterfragen.

Links zu Inhalten über mich kann ich auch beispielsweise in meinem Blog aggregieren. Darüber hinaus hilft weiterhin nur, mich auch im Netz vernünftig zu verhalten und nicht wie die Axt im Walde. Das sagt im Interview auch my ON-ID-Gründer Mario Grobholz, von dem ich bei der Gelegenheit eine neue Vokabel gelernt habe: „Ego-surfing“ steht wohl für die Suche nach dem eigenen Namen im Netz.

Fred ist im Ziel

5. August 2007

18 Runden über die Nürburgring-Nordschleife hat er in knapp 24 Stunden geschafft. Bei Rad am Ring startete Triathlet Fred Kaiser als Einzelfahrer. Er kam auf knapp 420 Kilometer – und wenig Schlaf: Seinem Tacho nach saß Fred gut 18 Stunden im Sattel. Das reichte für den 54. Gesamtplatz und den 19. in den männlichen Masters 2.

Mit seinem sportlichen Ehrgeiz hat Fred eine vierstellige Summe für den Verein Biotop e.V. in Aachen eingesammelt. Den Rest des Beitrags lesen »

Intelligent Corporate Website 3 – WARUM

31. Juli 2007

Welche Web 2.0-Mittel die Unternehmens-Website der näheren Zukunft unter anderem beinhalten könnte, habe ich in den letzten Tagen hier und hier ausgeführt. Natürlich kam hin und wieder die Frage, wozu das gut ist, der Hinweis auf bestehende „aufgeblähte“ Corporate Blogs oder die Reduktion auf die Fragestellung “Wie können wir morgen fancy sein?”.

Wozu soll eine Intelligent Corporate Website (vielleicht besser Interactive Corporate Website oder Corporate Site 2.0? Corporate Network? Wie nennen wir das Kind?) also gut sein? Ich stelle mir vor, die Tools, die nach das Spiel- und Ausprobierphase nun im privaten Bereich schon die Kommunikation bereichern (ja, das können sie tatsächlich, ein wenig Bedacht in der Anwendung vorausgesetzt 😉 ), für eine Unternehmens-Website einzusetzen. Nicht als Spielwiese vor den Toren, sondern als konstituive Bestandteile des Internetauftritts.

Die Vorteile:

  • Workflow-Verbesserung durch Integration verschiedener Kanäle
  • Höhere Konversion durch Bündelung und enge Verknüpfung der Angebote, geringere Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme
  • Weniger Reibung in der internen Kommunikation
  • Mehr Nähe und Aktualität in der externen Kommunikation

Natürlich eignet sich dieses Konzept eher für einen Web-Dienstleister oder eine PR-Agentur als für eine Autowerkstatt oder einen Versand für Kinderbekleidung. Aber überall, wo Dienstleistung und Kommunikation im Mittelpunkt stehen, kann es sinnvoll sein.

Workflow

Christian (alias Taotakashi) hat in seinem Kommentar die vielen Kanäle, die er bedient, einmal aufgezählt und den Wunsch geäußert, diese zumindest an einer Stelle zusammenzuführen. Er ist wohl schon ein Extremfall, aber allein der Umstand, nicht mehr zwischen zusammengehörigen Themen auf Corporate Website und Corporate Blog hin- und herverlinken zu müssen, spart Arbeit.

Konversion

Nicht nur das: Die Bündelung sorgt auch für eine bessere Konversion. In einem einigermaßen regelmäßig geführten Blog wird einfach mehr los sein. Steht es allein, wird sich ein Bruchteil der Besucher auf die dazugehörige Firmenseite „verirren“. Ist es integriert, sodass Firma und Blog als wirkliche Einheit wahrgenommen werden können, sieht das anders aus.

Sven Wiesner schreibt, dass man WordPress mit Plugins schon jetzt besser als alle anderen CMS zur Corporate Site „tunen“ könne. In der Praxis werden es dann doch entweder klassische statische Seiten mit einem Menüpunkt „Blog“ oder „Aktuelles“ oder fancy Blogs wie bei Ekaabo, die einen mit ihren Gadgets fast erschlagen, aber weder vom Design noch vom Stil etwas mit der „Mutterseite“ zu tun haben.

Interne Kommunikation

Ich bin gern und viel unterwegs. Zudem arbeite ich mit Kollegen unter anderem in Aachen und Hannover zusammen. Für die interne Kommunikation fällt die Begegnung an der Kaffeemaschine weg. Sobald drei und mehr Mitarbeiter im Projekt involviert sind, wird E-Mail- und Telefon-Kommunikation unübersichtlich. Daher mein Plädoyer für ein internes Wiki. Vereinbarungen, How-Tos, Anforderungen und Deadlines sind für alle zentral einseh- und veränderbar. Dieser Punkt ließe sich am ehesten aus der „ICW“ herauslösen, da es sich wie gesagt um ein rein internes Tool handelt.

Externe Kommunikation

Die 2.0-Gadgets können, sinnvoll eingesetzt, eine Möglichkeit bieten, Firmen im Netz anfassbarer und menschlicher zu machen. Die meisten Corporate Websites sind weder Vorzimmer noch Sekretariat im Netz, sondern Außenfassade oder allenfalls das Schild am Fahrstuhl. Indem Blog, Twitter, Social Bookmarking & Co direkt auf die Firmenseite geholt werden, treten wieder „echte Menschen“ auf, die man dann auch lieber anspricht. Das ist natürlich nichts für die Kollegen, die es genießen, sich hinter schicken Flash-Pages vor den Kunden zu verstecken.

Für die „agile Auftragsabwicklung“ sorgt ein für den Kunden zugängliches Wiki. Jetzt muss ich nur noch eines finden, das Jedermann ohne zweitägige Einweisung versteht und bedienen kann.
Ich hoffe, der Sinn einer solchen Seite und der Unterschied zu „lesen Sie auch unser Blog unter http://www.etcpp“ ist klar geworde. Jetzt habe ich mich weit genug aus dem Fenster gelehnt für heute. Bald hilft nur noch die Realisierung.

Intelligent Corporate Website 2 – WAS

30. Juli 2007

An dieser Stelle möchte ich meine Überlegungen zur „Intelligent Corporate Website“, wie Cem sie nennt, fortführen. Im Laufe der Zeit möchte ich vom WAS über das WARUM zum WIE kommen, also grob umreißen, was eine solche Seite beinhalten könnte, wozu das gut ist und wie das aussehen und umgesetzt werden könnte.

Welche Web 2.0-Elemente ließen sich also wie auf einer solchen Seite verwenden? Den Rest des Beitrags lesen »

Corporate Blog oder gleich „intelligent Corporate Website“?

29. Juli 2007

Gedankendiffusion: Cem Basman denkt in seinem Blog und bei XING über eine „intelligent Corporate Website“ auf Blogbasis nach:

„Eine Website, die zunächst vielleicht wie eine herkömmliche wirkt aber mit starken eingebetteten persönlichen (Blog), interaktiven, dialogorientierten oder aktuellen (RSS Feeds) Elementen. Eben alles, was Blogtechnologie hervorgebracht hat und alles was den meisten Corporate Websites abgeht bzw. fehlt.“

Gerade in den letzten Tagen habe ich noch darüber sinniert, wie eine zeitgemäße Corporate Website aussehen könnte, insbesondere für Ein-Mann-plus-Netzwerk-Unternehmen wie meines. Dynamische Elemente wie Vorstellungen aktueller Projekte und ein Blog mit Kommentarfunktion sind zwar enthalten, das geht mir aber eigentlich noch nicht weit genug. Den Rest des Beitrags lesen »

Facebook – ein plagiiertes Plagiat?

26. Juli 2007

Das 1:1-Vorbild von studiVZ ist selbst auch dreist abgekupfert, zumindest wenn man den Gründern von connectU glauben darf. Wie Welt online und heise (weniger bunt, aber ausführlicher und außerdem schon vor einer Woche) berichten, behaupten sie, facebook-Gründer Mark Zuckerberg habe ihnen die Idee gestohlen und fordern die Herausgabe der über 30 Millionen Mitglieder starken Community.

Divya Narendra und die Brüder Cameron und Tyler Winklevoss haben laut Klageschrift ihren Harvard-Kommilitonen Zuckerberg 2002 mit der Entwicklung ihrer Idee connectU beauftragt – ein Freundes-Netzwerk wie später Facebook. Der heute 23-jährige Zuckerberg habe dann aber keinen Code abgeliefert, sondern die Idee selbst verwirklicht. connectU startete mehrere Monate später mit einem entsprechenden Wettbewerbsnachteil.

Nun ist facebook nicht erst seit gestern online. Man darf sich laut fragen, warum dieser Prozess ausgerechnet kurz vor dem vermuteten Verkauf oder Börsengang angestrengt wird und eine perfekte Bühne bietet – sowohl um einen guten Vergleich herauszuschlagen als auch um facebook zu präsentieren. Die erste Klage der connectU-Macher 2004 verlief wegen Verfahrensfehlern im Sande. Unwahrscheinlich, dass sie jetzt Erfolg hat.

Die connectU-Macher hatten eventuell wirklich das Pech, sich mit einer Idee, die sie selbst nicht realisieren konnten, ausgerechnet an jemand zu wenden, der dazu ganz gut allein in der Lage war. Aber gegen Ideenklau ist kaum ein Kraut gewachsen – nur Geschwindigkeit. Darüber hinaus hat ein ganz guter Artikel aus „The Harvard Crimson“ schon zum ersten Prozessbeginn darauf hingewiesen, dass beide Seiten sich wiederum von Friendster nur durch ihre College-Zentrierung abheben.

In der „Welt“ wird nicht erwähnt, dass es noch einen anderen Prozess facebook vs. connectU gibt – mit facebook als Kläger. facebook wirft connectU vor, direkt von der facebook-Seite E-Mail-Adressen entnommen und mit connectU-Werbung angeschrieben zu haben.

Ich finde, der Prozess hat – nach der Aufregung um das „kopierte“ studiVZ – etwas ironisches. Ich komm nicht drum herum, wieder NAS zu zitieren: No idea’s original. There’s nothing new under the sun – it’s never what you do but how it’s done.

Dukudu: Telenovela 2.0

6. Juli 2007

Endlich gibt es neues aus dem Startup-Exit-Blog der dukudu-Gründer und Web 2.0-Ebay-Exit-Pioniere! Nachdem auf den vollmundigen Teaser vom 2.7., morgen gehe es nun endlich los mit der „ganzen Wahrheit“, eine weitere Vorbemerkung und ein Mediblog folgten, habe ich abgeschaltet. Den Rest des Beitrags lesen »