Archive for Oktober, 2007

Gründerszene sucht Berufsblogger

29. Oktober 2007

Auch ein Zeichen 1. für die wieder erstarkende Web-Ökonomie oder zumindest ihr wachsendes Selbstbewusstsein und 2. für die Etablierung von Blogs als eigenständige journalistische Publikationsform. Nach Alexander Hüsing von deutsche-startups wäre der gesuchte Gründerszene-Chefredakteur in Zukunft der zweite hauptamtliche Startup-Blogger.

Journalistische Berufserfahrung wäre schon schön, hat Jan telefonisch gemeint. BWL-Kenntnisse und Startup-Interesse ebenfalls erwünscht. Nochmal: Dabei gehts um einen Fulltime-Job. Mittlerweile suchen Jan und Lukasz aber auch noch eine Teilzeitkraft als News-Redakteur. Wenn Jan auch über das Finanzielle noch nichts sagen konnte, hört es sich nach einem attraktiven Job mit Potential an.

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Zwei Tage Paris in Stichworten

24. Oktober 2007

Hätte ich das alles an Twitter gesendet, wäre ich nun arm. Aber diese Notizen hätten sich gut für diesen Weg der Verbreitung geeignet. Sind minimal redigiert zur allgemeinen Erheiterung, dieser Tage werden ein paar Fotos folgen.

  • Thalys 1. Klasse ist angenehmes Reisen. Würde ich jederzeit wieder machen und dem Flieger vorziehen. Nur die deutsche Website ist ein Alptraum.
  • Croissants nach paris mitbringen ist ein wenig…
  • Reizüberflutung. Morbus Stendhal (der ist übrigens auf dem Montmatre beerdigt)
  • ein einzelner hässlicher neubau zwischen all den schönen häusern und da singt ein kind vom balkon
  • die gleiche luft wie in berlin vor einem jahr, nur ein wenig würziger
  • Mein Englisch ist eingerostet – und mein Französisch? Auf Martinique im Urlaub
  • Jemand quatscht mich blöd von der Seite an, nur um in eine Schimpftirade darüber auszubrechen, dass ich kaum Französisch spreche. Lingualimperialisten.
  • Auf der straße weiter hinten rast ein geldtransporter nach rechts, vorn auf der champs elysees die polizei mit blaulicht nach links, wie in einer gaunerkomödie
  • Oh, you’re not french – so isses, tut mir auch furchtbar leid. aber was lässt mich heute so einheimisch aussehen?
  • Gerade wollte mich ein Freund vom Flughafen abholen – in Berlin. Falsche Woche.
  • das deux carottes ist urig, aber an petit dejeuner werde ich mich nie gewöhnen
  • der parisien hupt für sein leben gern. gründe bekommt er genug.
  • warum hab ich eigentlich immer noch keinen hunger? nicht mal auf dem markt mit all den gerüchen. das wunder des petit dejeuners?
  • Wie entspannend – einen vormittag nicht an zuckr gedacht, nicht an edelbild – ups, schon passiert, schnell wieder ausblenden
  • die sonne scheint, aber es ist schon ziemlich froid
  • ein bisschen außerhalb ist paris eine ziemlich normale großstadt. da fühle ich mich irgendwie wohler
  • in frankreich italienisch essen gehen… aber gut! es gibt steak.
  • wenn wir die hiesige wasserqualität hätten, würde ich auch den lieben langen tag wein trinken
  • Stehe ich auf einem sockel? Hab ich ein bronzeschild um den bauch? also warum wollen sich asiatische touristinnen unbedingt mit mir fotografieren?
  • sitze auf der champs elysees in der sonne und lese niklas luhmann
  • sind pali-tücher generell wieder in oder ist das nur hier so?
  • mein französisch kommt wieder. es kommt so etwas wie eine unterhaltung zu stande.
  • Im Mercedes CL 63 AMG gesessen. Leider nicht gefahren. TV und Radio ausprobiert. HipHop-Sender ausgewählt. Komm mir vor wie in einem 50ct-Video. Sogar für hiesige Verhältnisse ein protziges Auto.

Und sonst? Mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen. Und neben einem arabischstämmigen Schauspieler-Beau auch wieder einen Jungunternehmer kennengelernt. Mit einer interessanten Werbeform im Portfolio. Werde mich vielleicht mal darum kümmern, wenn ich Zeit hab. In meinem recht heruntergekommenen Hotel (für nächstes mal hab ich eine bessere Empfehlung bekommen) werd ich jetzt erst mal ein paar Stunden Schlaf zu mir nehmen. Wenn man mich denn lässt.

Wir sind Garagenfirma!

19. Oktober 2007

Schwer zu fassen: Heute hat etwas, das vor wenigen Monaten als Schnapsidee begann, erstmals harte Formen angenommen: Tamer und ich haben unser „Headquarter“ renoviert und bezogen – vorerst hinter einem Garagentor. Wie passend. Wenn es auch nicht besonders hell oder geräumig ist, haben wir uns gefreut wie die Schneekönige, denn jetzt sind wir offiziell Garagenfirma!

zuckr Headquarter von außen

Wir sitzen da unten rechts. Eigentlich der Mutter aller Garagenfirmen-Garagen (via Nicole) nicht unähnlich. Wenn das kein gutes Omen ist.

Bis Anfang November wollen wir auch unser virtuelles Zuhause etwas aufhübschen und einrichten, um dann im zuckr-Blog ein wenig mehr darüber zu erzählen, was in dieser Garage so geschieht und warum es uns überhaupt so aufs Land verschlagen hat.

Irgendwo hab ich gelesen, Tiere sind gut fürs Marketing, also bis dahin – bitte sehr:

zuckr corporate doggie and corporate kitty

Einstein (links), unser neuer ständiger Begleiter, hat uns zu seinen CDOs gemacht, Chief Doggy Operators. Ich kenne kein Tier mit einem größeren Spieltrieb. Hält aber ganz schön den Betrieb auf. Erste Einstellungsvoraussetzung bis auf weiteres: Tierlieb und talentiert im Frisbee-Werfen. Praktikums-Gesuche nehmen wir gern zur Prüfung entgegen! 😉

Geschichten zum Gruscheln

19. Oktober 2007

Paul kann man nicht gruscheln. Mich auch nicht. Warum, hat dankenswerterweise Hendrik Steinkuhl auf den Punkt gebracht. Danke, Herr Studiosus!

Inspiration

17. Oktober 2007

Mir läuft ein kalter Schauer der Ehrfurcht den Rücken hinunter wenn ich sehe, was Menschen alles können, wenn sie sich mit voller Leidenschaft einer Sache widmen.


Wer eher auf rockige Töne steht oder einfach noch nicht genug hat, bekommt es hier:


Und davon gibt es noch drei weitere Teile.

3 Monate ohne

16. Oktober 2007

Nein, ich habe mir nicht das Rauchen abgewöhnt. Absichtlich Abgase einatmen kommt mir schon länger abstrus vor. Es geht um die andere Sucht. Seit genau einem Vierteljahr bin ich mit Bus, Bahn, Taxi und dem Polo meiner Freundin unterwegs. Zeit für ein Zwischenfazit.

Die Voraussage von Micha, schon vor mir autoloser Autonarr, hat sich bewahrheitet: Ich habe das Auto weniger vermisst als befürchtet. Nicht dass man mit der Bahn wirklich immer stressfreier und pünktlicher unterwegs wäre. Ihr unschätzbarer Vorteil ist aber, dass man dafür nicht selbst verantwortlich ist, sondern sich so oder so zurücklehnen oder seiner Arbeit widmen kann. Genau das, der geringere Arbeitszeit- oder Freizeitverlust, macht den Bahnreisenden flexibler als den Autofaher.

Aller Vernunft zum Trotz möchte ich hin und wieder einfach gern ein (schnelles) Auto fahren. Dasjenige, das ich am meisten vermisse, ist interessanterweise nicht mein letztes und neuestes, der 156, sondern die alten 155 davor. Den hier zum Beispiel:

Alfa Romeo 155 V6 Zender Milano

So einen roten hab ich gestern vor dem Supermarkt stehen sehen. Zwar nicht mit den Zender Milano „Gullideckeln“, dafür mit der original Recaro Sitzausstattung. Die ist extrem selten. Meine Freundin hat mir heute morgen noch maximal acht Monate gegeben. Mal sehen, wie lange ich der Sucht noch standhalte. Das Wettbüro bleibt geöffnet.

Co-Autoren für Mountainbike-Blog gesucht

16. Oktober 2007

Matthias Lehming hat sein Blog mtb-junkie.de professionalisiert und geöffnet. Er sucht noch nach weiteren schreibwütigen Mountainbikern, die gelegentlich über die optimale Kettenstrebe oder die Mutter aller Trails bloggen wollen. Da müsste sich doch jemand finden. Wenn ich nur mal dazu käme, mein Commencal wieder aus der Garage zu holen, wär ich ja auch dabei. Zumal die Narbe am Knie langsam zuheilt und damit mein letzter Mountainbike-Reminder verloren geht…

Zitat zum Tage

15. Oktober 2007

„Zukunft? Zukunft geht vorbei.“

Fleischwaren-Bonze macht jetzt in AAL?

15. Oktober 2007

Die blöde Überschrift drängt sich auf: Der geschäftsführende Gesellschafter eines Fleischwarenunternehmens bringt mit einer Web 2.0-Plattform Bonzen und Spinner zusammen, schreibt deutsche-startups. Bei bonspin werden Kreative dafür belohnt, ideenarmen Leuten mit Geld dabei zu helfen, zum Beispiel Holzurnen zu kommunizieren oder sich einen „sympathischen Hinweis für Nichtparker“ auszudenken.

Auf den ersten Blick dachte ich, moment, das ist doch eigentlich das Konzept „Berater“ bzw. „Agentur“ – die vermitteln doch Kreative an Unternehmer. Gut, und nehmen echtes Geld dafür. Wofür brauchen nun „Bonzen“ und „Spinner“ einen passiven Mediator in Form einer Website, der das Gleiche tut?

Auf den zweiten Blick erinnert nicht nur mich bonspin, kreativer Untertitel „brainstorming online“, schwer an das münsteraner Projekt brainr, ergänzt um die Bezahlkomponente. Na gut, auch dass brainr ein Low-Budget-Projekt ist und bonspin dagegen ein wenig marketing-zentrierter herangegangen ist und uns unter anderem das Testimonial „Bella Bonspin“ beschert hat.

Das Bezahlmodell ist, zumindest von außen, nicht gerade gläsern. Die insgesamt für ein Brainstorming ausgeschriebenen Punkte werden vom Auftraggeber im Nachhinein unter den hilfreichsten Einsendern verteilt. So weit, so gut. Kommt mir bekannt vor. Dir auch, Micha? 😉 Für die ersten 100 „Ideenpunkte“ gibts Prämien, ab da Cash. Aber wieviel?

Ich mochte mich gerade noch nicht anmelden, aber stelle mal eine kurze Überschlagsrechnung an: Für 123 Punkte gibts einen iPod Shuffle. Der ist so zwischen 60 und 80 Euro zu haben, also nehmen wir 50ct pro Punkt an. Für Name und Symbol eines Freizeit-Männerschuhs sind insgesamt 40 Punkte, also nach dieser Rechnung 20 Euro ausgeschrieben.

Die meisten Projekte (größtenteils geschäftlicher Natur und aus dem PR/Marketing/Produktdesign-Bereich) liegen um diese Marke oder darunter. Aufgeteilt auf die teilnehmenden Nutzer werden um die 5 Euro hängenbleiben. Viel für 5 Minuten Nachdenken eines Studenten, wenig für den potentiellen Nutzen beim Auftraggeber.

Ob man das jetzt als win-win-Situation für beide sieht oder als nackten AAL, bleibt jedem selbst überlassen. Aber Brainstormings leben von der Heterogenität der Teilnehmer, und dem kommt die offene Gestaltung von brainr einfach mehr entgegen als die Anmelde- und Mikroverdienst-Lösung bonspin. Vielleicht sollten beide Betreiber mal bei einem Osnabrücker Friedensschinken (und schon Synergien genutzt!) ein Brainstorming betreiben.

links for 2007-10-15

15. Oktober 2007