Blog-Dresche für StudiVZ nach Abmahnung an Studenten

15. Februar 2008

Die Blogosphäre hat einen neuen Aufreger: Die Nachricht von der Abmahnung von ErstiVZ durch StudiVZ hat schnell die Runde gemacht. Bei Twitter ist dicke Luft, das Netzwerk bezieht dort zur Zeit nur noch Prügel. Die Meldung, dass es seinerseits durch den Verbraucherzentrale Bundesverband abgemahnt wurde, ruft hämische Freude hervor.

Zumindest ist turi2 die Causa ErstiVZ eine kleine Meldung wert und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Mainstream-Onlinemedien für den Fall interessieren. Schließlich ist die Story zu gut: Von den Medien mittlerweile nicht mehr so geliebtes Millionen-Netzwerk mahnt kleines Studentenprojekt ab. Und in Maßstäben des gesunden Menschenverstandes ist das auch ein Aufreger, aus der Perspektive der Juristen ein ganz normaler Vorgang.

Die renommierte Kanzlei, die StudiVZ in solchen Dingen mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt hat, macht vernünftig ihren Job. Es sind Anwälte und keine PR-Berater. Und eventuell gab es auch keine Rückfrage in der StudiVZ-PR-Abteilung, keine Recherche, wer denn dieser Peter Großkopf ist (sie hätten ihn bis gestern auf der eigenen Plattform gefunden) und keine Berücksichtigung des Faktums, dass ErstiVZ seinen User sogar ausdrücklich den Eintritt ins StudiVZ empfohlen hatte. Das ist schade und lässt einen wieder über den Stellenwert der Managementfunktion PR nachdenken.

Gegen die kommerziellen Angebote pokerVZ und fußballerVZ hat StudiVZ seine Ansprüche offenbar schon vor längerem und völlig geräuschlos durchgesetzt. ErstiVZ ist ein Non-Profit-Projekt, das über Adwords noch nicht einmal seine Kosten deckt, seine Macher sind vernetzt und glaubwürdig, sodass diese „Kanonen auf Spatzen“-Reaktion nun auffällt.

Ich habe gestern noch mit Peter gesprochen, der sich sehr vernünftig zurückhält und auf Verständigung setzt, während um ihn herum die Aufregung groß ist. Eventuell hat StudiVZ ja noch ein Einsehen und zahlt seinen Anwalt selbst. Es wäre schon schade, wenn ein Student, der seinen nachrückenden Kommilitonen eine Orientierung bieten wollte, nun aufgrund der Rechtsansprüche DER hiesigen Studentencommunity auf Spenden angewiesen ist.

3 Antworten to “Blog-Dresche für StudiVZ nach Abmahnung an Studenten”

  1. Thomas Says:

    So viele PR-Pannen wie die bereits hatten, frage ich mich schön langsam wirklich, ob die ihre PR-Abteilung überhaupt in ihre Geschäftstätigkeit einbinden, oder ob die nur zum Beschwichtigen im Nachhinein da sind …

  2. Gego Says:

    Hmm, also bei Typen, die eine Geschäftsidee aus den USA bis zum Webdesign 1:1 kopierten, aber dann plötzlich andere verklagen wollen, weil die auch das allerweltskürzel „vz“ unkommerziell benutzen, bei denen soll ich mich also in ein privatwirtschaftlich-ominöses „studentenverzeichnis“ eintragen, mit meinen privaten daten, damit die die dann verscherbeln, und ich die tollen bwl-tussen an“gruscheln“ kann, die sich dort mit ihren faden geschichten tummeln, während ich zugleich mit blöder werbung bombardiert und mein konsum ausspioniert wird? Gehts noch? Wieso macht ihr das?

  3. chrigu Says:

    Salve

    Sorry, kein Verständnis. Denn was hat ein, entschuldigt bitte den Audruck, fickenVZ mit StudiVZ zu tun? Ok, die Studis tun es auch, doch von den Inhalten her ein völlig anderes Angebot. Der Streitwert ist wesentlich und mit Absicht zu hoch angesezt damit die Abgemahnte Angst haben vor einem Prozess.

    StudiVZ? Nein Danke!
    Christian


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