Archive for Juli, 2007

Intelligent Corporate Website 3 – WARUM

31. Juli 2007

Welche Web 2.0-Mittel die Unternehmens-Website der näheren Zukunft unter anderem beinhalten könnte, habe ich in den letzten Tagen hier und hier ausgeführt. Natürlich kam hin und wieder die Frage, wozu das gut ist, der Hinweis auf bestehende „aufgeblähte“ Corporate Blogs oder die Reduktion auf die Fragestellung “Wie können wir morgen fancy sein?”.

Wozu soll eine Intelligent Corporate Website (vielleicht besser Interactive Corporate Website oder Corporate Site 2.0? Corporate Network? Wie nennen wir das Kind?) also gut sein? Ich stelle mir vor, die Tools, die nach das Spiel- und Ausprobierphase nun im privaten Bereich schon die Kommunikation bereichern (ja, das können sie tatsächlich, ein wenig Bedacht in der Anwendung vorausgesetzt 😉 ), für eine Unternehmens-Website einzusetzen. Nicht als Spielwiese vor den Toren, sondern als konstituive Bestandteile des Internetauftritts.

Die Vorteile:

  • Workflow-Verbesserung durch Integration verschiedener Kanäle
  • Höhere Konversion durch Bündelung und enge Verknüpfung der Angebote, geringere Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme
  • Weniger Reibung in der internen Kommunikation
  • Mehr Nähe und Aktualität in der externen Kommunikation

Natürlich eignet sich dieses Konzept eher für einen Web-Dienstleister oder eine PR-Agentur als für eine Autowerkstatt oder einen Versand für Kinderbekleidung. Aber überall, wo Dienstleistung und Kommunikation im Mittelpunkt stehen, kann es sinnvoll sein.

Workflow

Christian (alias Taotakashi) hat in seinem Kommentar die vielen Kanäle, die er bedient, einmal aufgezählt und den Wunsch geäußert, diese zumindest an einer Stelle zusammenzuführen. Er ist wohl schon ein Extremfall, aber allein der Umstand, nicht mehr zwischen zusammengehörigen Themen auf Corporate Website und Corporate Blog hin- und herverlinken zu müssen, spart Arbeit.

Konversion

Nicht nur das: Die Bündelung sorgt auch für eine bessere Konversion. In einem einigermaßen regelmäßig geführten Blog wird einfach mehr los sein. Steht es allein, wird sich ein Bruchteil der Besucher auf die dazugehörige Firmenseite „verirren“. Ist es integriert, sodass Firma und Blog als wirkliche Einheit wahrgenommen werden können, sieht das anders aus.

Sven Wiesner schreibt, dass man WordPress mit Plugins schon jetzt besser als alle anderen CMS zur Corporate Site „tunen“ könne. In der Praxis werden es dann doch entweder klassische statische Seiten mit einem Menüpunkt „Blog“ oder „Aktuelles“ oder fancy Blogs wie bei Ekaabo, die einen mit ihren Gadgets fast erschlagen, aber weder vom Design noch vom Stil etwas mit der „Mutterseite“ zu tun haben.

Interne Kommunikation

Ich bin gern und viel unterwegs. Zudem arbeite ich mit Kollegen unter anderem in Aachen und Hannover zusammen. Für die interne Kommunikation fällt die Begegnung an der Kaffeemaschine weg. Sobald drei und mehr Mitarbeiter im Projekt involviert sind, wird E-Mail- und Telefon-Kommunikation unübersichtlich. Daher mein Plädoyer für ein internes Wiki. Vereinbarungen, How-Tos, Anforderungen und Deadlines sind für alle zentral einseh- und veränderbar. Dieser Punkt ließe sich am ehesten aus der „ICW“ herauslösen, da es sich wie gesagt um ein rein internes Tool handelt.

Externe Kommunikation

Die 2.0-Gadgets können, sinnvoll eingesetzt, eine Möglichkeit bieten, Firmen im Netz anfassbarer und menschlicher zu machen. Die meisten Corporate Websites sind weder Vorzimmer noch Sekretariat im Netz, sondern Außenfassade oder allenfalls das Schild am Fahrstuhl. Indem Blog, Twitter, Social Bookmarking & Co direkt auf die Firmenseite geholt werden, treten wieder „echte Menschen“ auf, die man dann auch lieber anspricht. Das ist natürlich nichts für die Kollegen, die es genießen, sich hinter schicken Flash-Pages vor den Kunden zu verstecken.

Für die „agile Auftragsabwicklung“ sorgt ein für den Kunden zugängliches Wiki. Jetzt muss ich nur noch eines finden, das Jedermann ohne zweitägige Einweisung versteht und bedienen kann.
Ich hoffe, der Sinn einer solchen Seite und der Unterschied zu „lesen Sie auch unser Blog unter http://www.etcpp“ ist klar geworde. Jetzt habe ich mich weit genug aus dem Fenster gelehnt für heute. Bald hilft nur noch die Realisierung.

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Dalai Lama in Münster

30. Juli 2007

Der 14. Dalai Lama wird hier am 21. September einen Vortrag über Verantwortung in Wissenschaft und Gesellschaft halten. 14.30 in der Halle Münsterland. Vor ein paar Jahren habe ich ihn beim ökumenischen Kirchentag in Berlin erlebt. Ein unglaublich charismatischer, weiser Mann, dem man auch ohne spirituellen Hintergrund gerne zuhört. Ich werde auf jeden Fall da sein. Wer nachher einen Kaffee trinken gehen möchte (zu dem Anlass lasse ich auch Tee durchgehen), kann sich gern bei mir melden.

Intelligent Corporate Website 2 – WAS

30. Juli 2007

An dieser Stelle möchte ich meine Überlegungen zur „Intelligent Corporate Website“, wie Cem sie nennt, fortführen. Im Laufe der Zeit möchte ich vom WAS über das WARUM zum WIE kommen, also grob umreißen, was eine solche Seite beinhalten könnte, wozu das gut ist und wie das aussehen und umgesetzt werden könnte.

Welche Web 2.0-Elemente ließen sich also wie auf einer solchen Seite verwenden? Den Rest des Beitrags lesen »

Corporate Blog oder gleich „intelligent Corporate Website“?

29. Juli 2007

Gedankendiffusion: Cem Basman denkt in seinem Blog und bei XING über eine „intelligent Corporate Website“ auf Blogbasis nach:

„Eine Website, die zunächst vielleicht wie eine herkömmliche wirkt aber mit starken eingebetteten persönlichen (Blog), interaktiven, dialogorientierten oder aktuellen (RSS Feeds) Elementen. Eben alles, was Blogtechnologie hervorgebracht hat und alles was den meisten Corporate Websites abgeht bzw. fehlt.“

Gerade in den letzten Tagen habe ich noch darüber sinniert, wie eine zeitgemäße Corporate Website aussehen könnte, insbesondere für Ein-Mann-plus-Netzwerk-Unternehmen wie meines. Dynamische Elemente wie Vorstellungen aktueller Projekte und ein Blog mit Kommentarfunktion sind zwar enthalten, das geht mir aber eigentlich noch nicht weit genug. Den Rest des Beitrags lesen »

Flash-Konzert

29. Juli 2007

Hat mich ein Bisschen an Flashmobs erinnert, was sich gestern Abend um Punkt 20 Uhr auf dem Aachener Marktplatz zusammenbraute. Von irgendwoher waren sie auf einmal da: angetrunkene junge Männer in bescheuerten weißen T-Shirts, mit einem Autoanhänger voller Musikinstrumente und Alkoholika. Einer im rot-gelben Hahnenkostüm. Junggesellenabschied – oh nein, bitte nicht. Nicht, während wir noch auf unsere Calamari und Freunde warten müssen.

Hahn-Band

Synchrone Gedanken der besten Freundin von allen (danke, Herr Kishon, für diese Formulierung) und mir: Geht weg, geht weg, geht weg – bleibt! Denn die kennen wir doch! An diesem Abend unterwegs als „Die Hahn Band“, in informierten Kreisen aber besser bekannt als Showband „After Work„.

Wir sind geblieben und es hat sich gelohnt. Es gab nicht nur Jägermeister, für den ich mich königlich zum Affen – oder besser: zum Huhn – machen musste, sondern auch erstklassiges Entertainment. Fanden außer uns auch ca. 50 andere Zuschauer.

Ein paar kleine Ausschnitte möchte ich denen, die nicht dabei waren, nicht vorenthalten:

Intro und „Let Me Entertain You“

Outro und „Everybody“

Zur Ehrenrettung: Die Jungs waren schon angetrunken und die Technik echt bescheiden. Man kann sie sich echt anhören. Davon kann man sich auch selbst überzeugen.

Einfach mal Fotos

28. Juli 2007

…aus Aachen

Gebäude am Annutiatenbach, fotografiert durch eine braun getönte Oakley

Aachen 1

Do not cross…

Do not cross

Aachener Dom

Dom

ohne Worte

Kein Sex mit Nazis

Zeit, mir mal nen Flickr-Account zuzulegen. Ach nee, das tut man ja nicht mehr…

Review pl0gbar No 2

27. Juli 2007

Das war sie – Münsters zweite pl0gbar. Mit so viel Teilnehmern, dass wir nach draußen mussten. Learnings diesmal gleich vorneweg: Telefon ist das neue Email und Good Cop – Bad Cop ist ne fiese Nummer. Außerdem weiß ich jetzt, dass einer meiner Lieblings-Autodesigner mit viel Recherchearbeit und Grundlagenforschung weltklasse Nudeln entworfen hat.

Wie man merkt: Nach dem ersten „Beschnüffeln“ letztes mal gab es diesmal mehr „offtopic“-Gespräche. (Wunsch ans Leben 2.0: Eine Tagcloud über jedermanns Kopf, um unentdeckte gemeinsame Themen zu finden. Fürs Netz ist was feines in der Art in Vorbereitung, wie ich weiß.) Parallel gab es aber auch einen fruchtbaren Austausch über Wikis im Projektmanagement und im Umgang mit Kunden, Preisverhandlungen, Webzwonull-Projekte und das Leben an sich.

Das Wachstum ist langsam, aber stetig. Fürs nächste mal haben schon wieder neue Gesichter ihr Kommen angesagt und vielleicht gelingt es uns, tatsächlich einen harten Kern von münsteranter Webbern – vom Anwender bis zum Programmierer – zu einem regelmäßigen Treffen zusammenzuschweißen, über Technologie- und Firmengrenzen hinweg. Der nächste Termin soll in ca. einem Monat stattfinden.

Facebook – ein plagiiertes Plagiat?

26. Juli 2007

Das 1:1-Vorbild von studiVZ ist selbst auch dreist abgekupfert, zumindest wenn man den Gründern von connectU glauben darf. Wie Welt online und heise (weniger bunt, aber ausführlicher und außerdem schon vor einer Woche) berichten, behaupten sie, facebook-Gründer Mark Zuckerberg habe ihnen die Idee gestohlen und fordern die Herausgabe der über 30 Millionen Mitglieder starken Community.

Divya Narendra und die Brüder Cameron und Tyler Winklevoss haben laut Klageschrift ihren Harvard-Kommilitonen Zuckerberg 2002 mit der Entwicklung ihrer Idee connectU beauftragt – ein Freundes-Netzwerk wie später Facebook. Der heute 23-jährige Zuckerberg habe dann aber keinen Code abgeliefert, sondern die Idee selbst verwirklicht. connectU startete mehrere Monate später mit einem entsprechenden Wettbewerbsnachteil.

Nun ist facebook nicht erst seit gestern online. Man darf sich laut fragen, warum dieser Prozess ausgerechnet kurz vor dem vermuteten Verkauf oder Börsengang angestrengt wird und eine perfekte Bühne bietet – sowohl um einen guten Vergleich herauszuschlagen als auch um facebook zu präsentieren. Die erste Klage der connectU-Macher 2004 verlief wegen Verfahrensfehlern im Sande. Unwahrscheinlich, dass sie jetzt Erfolg hat.

Die connectU-Macher hatten eventuell wirklich das Pech, sich mit einer Idee, die sie selbst nicht realisieren konnten, ausgerechnet an jemand zu wenden, der dazu ganz gut allein in der Lage war. Aber gegen Ideenklau ist kaum ein Kraut gewachsen – nur Geschwindigkeit. Darüber hinaus hat ein ganz guter Artikel aus „The Harvard Crimson“ schon zum ersten Prozessbeginn darauf hingewiesen, dass beide Seiten sich wiederum von Friendster nur durch ihre College-Zentrierung abheben.

In der „Welt“ wird nicht erwähnt, dass es noch einen anderen Prozess facebook vs. connectU gibt – mit facebook als Kläger. facebook wirft connectU vor, direkt von der facebook-Seite E-Mail-Adressen entnommen und mit connectU-Werbung angeschrieben zu haben.

Ich finde, der Prozess hat – nach der Aufregung um das „kopierte“ studiVZ – etwas ironisches. Ich komm nicht drum herum, wieder NAS zu zitieren: No idea’s original. There’s nothing new under the sun – it’s never what you do but how it’s done.

Morgen 20h pl0gbar die 2te!

25. Juli 2007

Um 20 Uhr treffen sich im Biercafé Fundus am Bahnhof zum zweiten mal Webzwonuller und Interessierte zum gemütlichen Gedankenaustausch. Es geht viel Bier über den Tisch – und manchmal auch über den mitgebrachten Mac. Auf jeden Fall wirds lustig. Ich bin da – und wenn das jemanden nicht abhält, trotzdem hinzukommen, sei er herzlich willkommen! Adresse und Einladung bei Billy

Mein erster Web Montag

24. Juli 2007

So seht Ihr also offline aus, Ihr Blogger, Webzwonuller, Start-Upper und Consultants. Gestern beim Web Montag Köln konnte ich einigen bereits hinlänglich bekannten Namen ein Gesicht und eine Stimme zuordnen.

Die Vorträge waren bunt gemischt – Startup-Präsis, Hacking-Demo, ein Non-Profit-Projekt und ein Plädoyer wider die Vorratsdatenspeicherung. Größtenteils spannend, aber bei fünf Minuten Redezeit nicht gerade erschöpfend. Mehr wär auch nicht drin gewesen: Auch mit Rauchverbot zehren 60 Leute schon arg am Sauerstoffvorrat.

So ganz nebenbei habe ich gelernt, dass der Unterschied zwischen Townster und Townkings in der Namensähnlichkeit besteht. Oder so. Auf jeden Fall bin ich jetzt bei Townster angemeldet, weil man da ein iPhone gewinnen kann. Wer es mir gleich tut, ist herzlich in die iPhone-Gruppe eingeladen.

[A propos iPhone: In Sachen Smartphone möchte ich bei der Gelegenheit pocketbrain.de empfehlen. Die zwei Wochen junge Seite zweier erfahrener Netz-Journalisten ist zwar noch nicht so umfangreich wie ihre Konkurrenten, dafür hebt sie sich wohltuend durch ihre Spezialisierung und die direkte Schreibe der Autoren ab. Nein, ich bekomme kein Geld von Trigami & Co dafür, ich find die Seite einfach so gut.]

Der interessanteste Teil war natürlich wie immer der inoffizielle im Anschluss. Und obwohl ich nur bis kurz nach 11 da war (mitfahren im Mercedes war doch attraktiver als S-Bahn/Regionalexpress), hat sich mal wieder bestätigt: Kontakte werden eben doch erst im RL vollwertig.

Beim nächsten Web Montag Ende September werde ich wieder dabeisein und den Termin natürlich rechtzeitig hier ankündigen. Diese Woche noch im Angebot: pl0gbar Münster am Donnerstagabend um 20h im Fundus. Beim letzten mal wars noch überschaubar, diesmal wirds BRECHEND VOLL.