Archive for the 'Marketing' Category

Kleingewerbe im Polysemierausch

27. Februar 2008

Beim Vorbeigehen an der Schneiderei Tuchfühlung in meiner Nachbarstraße ist das Fass übergelaufen. Haarspalterei, Abschnitt, Kopfsalat… wo ist der Frisör Müller geblieben? Mit herbeigezwungenen Polysemen soll wohl Originalität transportiert werden, in der Hoffnung, dass sich der Kunde später noch an den witzigen Namen seines „Haarspalters“ erinnert. Dumm nur, dass alle in den gleichen Bildern sprechen. Bei mir würde der Frisör Schmitz mittlerweile wieder besser hängen bleiben.

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Die Wissenschaft braucht Deinen Hausbriefkasten!

28. Dezember 2007

Kathrin, Kommilitonin aus Münster und Direktmarketing-Spezialistin, schreibt gerade ihre Magisterarbeit über die Rolle des Hausbriefkastens im Alltag. Liebe Netzmenschen, das ist das Metallding unten im Flur oder an der Hauswand. Der Kommunikationskanal von GEZ, Finanzamt und Teppich-Dauerräumungsverkäufern. Kathrin sucht noch freundliche Versuchspersonen für ihre Untersuchung. Sie schreibt:

„Die Erhebung ist qualitativ, also etwas aufwändiger als ein einfacher Online-Fragebogen. Die Befragten müssten die folgenden Fragen mit Ja beantworten um an der Studie teilnehmen zu können:

  1. Sind sie in der 3. Januar Woche zuhause?
  2. Können Sie gewährleisten, dass sie in dieser Woche die Person im Haushalt sind, die den Briefkasten leert (auch nach Absprache)?
  3. Arbeiten Sie nicht bei einem Zustellunternehmen / Postdienstleister (in Zukunft oder früher)?
  4. Haben Sie einen Briefkasten (keinen Briefschlitz). Oder: Ist es Ihnen möglich den Fragebogen auszufüllen, bevor sie die Post wahrgenommen haben?
  5. Haben Sie getrennte Briefkästen für Arbeit und Privatleben?
  6. Sind Sie über 14?
  7. Sind Sie nicht in der Werbebranche / im Marketing angestellt (gewesen oder zukünftig angestellt)?
  8. Haben Sie keinen Aufkleber „Bitte keine Werbung“ an ihrem Briefkasten, und sind sie nicht auf der Robinson-Liste eingetragen?“

Befürchtungen, ab der Teilnahme an dieser Studie mit Werbebriefen zugeschüttet zu werden, kann ich zerstreuen: Für Kathrins Zuverlässigkeit kann ich mich verbürgen. Leider disqualifizieren mich die Punkte 5 und 7 deutlich. Aber vielleicht beginnt einer meiner Leser das Jahr damit, der Wissenschaft und einer netten Neu-Hannoveranerin unter die Arme zu greifen. Ein Kommentar an dieser Stelle oder eine Mail an mich genügt, ich leite alles weiter.

Naseweis-Marketing

14. Oktober 2007

Wir waren heute in einem Ausflugslokal am Waldrand. Gleich vor der Eingangstür hatte jemand in großen Buchstaben mit Kreide „NÜSSE“ auf den Boden geschrieben. Eine Reihe Pfeile >>>> wies seitlich am Lokal vorbei >>>> über die Kreideschrift >>>>>> „15 Nüsse 50 Cent“ >>>>> bis zu einem Campingtisch vor dem benachbarten Wohnhaus, mit einem Karton Nüssen darauf und einem kleinen blonden Jungen dahinter.

„15 Nüsse 50 Cent, 30 Nüsse 1 Euro, 60 Nüsse 2 Euro“ stand auf dem Preisschild. Wir haben keine Nüsse mehr bekommen, Florian war schon dabei, den Stand abzubauen. Wie die Geschäfte liefen? Gut, meint er. Und geht die 20 Meter nach Hause.

Kostenlos wertvollen Traffic abgraben, den Kunden einfangen, wenn er ohnehin in Ausgebelaune ist, ein gestaffeltes Preismodell für jeden anbieten und – last but not least – ein kleiner blonder Junge sein. So funktionierts.

Kleiner Nachtrag: Ich habe es in seinem Alter, also mit etwa 7, auch mal mit Nüsse verkaufen probiert. Traffic gab es an der Bushaltestelle vor dem Haus auch, aber nicht das nötige Umfeld. Letztlich bin ich von B2C auf B2B umgeschwenkt und hab die selbstgesammelten Nüsse dem nächstgelegenen Bauern mit Hofverkauf aufgeschwatzt. Geht aber auch nur als kleiner blonder Junge.

Webzwonull-Marketing oder „Kennen wir uns?“

3. September 2007

Vor ein paar Tagen habe ich bei Facebook eine Freundschaftseinladung bekommen. Hübsche Frau, aber kennen wir uns? Tun wir nicht, die Konversation verläuft im Sande, während die Dame weiter reichlich Kontakte schaufelt. Was sollte das also?

Die Auflösung folgt schnell, in Form einer Einladung zur Tripmonkey-Gruppe. Da kann man natürlich nur rein, wenn man auch bei Tripmonkey angemeldet ist. Das ist die kommerzielle und verzwonullte Variante des guten alten Hospitality Club – man kann Übernachtungsplätze anbieten oder sich selbst bei anderen Mitgliedern im Gästezimmer einquartieren. Ein wenig mehr über die Plattform erklärt der Gründer Dominik Richter bei Gründerszene.

Wie ich mittlerweile erfahren habe ist die Dame, die so eifrig und in ihrer Freizeit, wie sie betont, lauter Leute zu Freunden klickt und Tripmonkey promotet, dort Praktikantin. Lobenswertes Commitment, das muss ich ja sagen. Aber ich würde meinen Praktikanten so was während der Arbeitszeit erlauben. 😉

BarcampCologne2: Review Tag 2

20. August 2007

Das BarCamp Cologne ist vorbei und das Virus hat mich infiziert. Wird wohl nicht mein letztes gewesen sein. So viele interessante Gespräche an einem Wochenende hatte ich selten. Außerdem habe ich gelernt, dass die Polizei das Web 2.0 erfunden hat. In der Tat generieren die Freunde und Helfer einen Content, von dem mancher Community-Manager nur träumen darf.

Frischluft 2.0

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Terminübersicht: Barcamp, pl0gbar, StartupWeekend, omd

11. August 2007

Im Folgenden liste ich mal, wo ich mich in den nächsten Wochen rumtreibe. Das kann für alle nützlich sein: Für mich, für die, die mich gern treffen würden und für die, die das vermeiden wollen. 🙂

Wartelistenplatz 33 – Barcamp Cologne, ich komme!

17.-19. August

barcampcologne2

In einer Woche sitzen über 200 Blogger, Podcaster, Programmierer und sonstige Webber in Köln zusammen, um auf der Un-Conference Wissen und Erfahrung zu teilen. Das Programm mit Wann und Wo ist auch raus. Vorglühen kann man schon am Donnerstag bei der pl0gbar und Freitag bei „Wag the long Tail“ (Überlege noch, ob ich da hin will. Kommt jemand mit?), Freitagabend gibts die offizielle Party.

Ich bin nur eine Haaresbreite von einem regulären Teilnahmeplatz entfernt, aber das wird noch passen. Dass ich den Beginn der Anmeldung verpasst habe, war die Initialzündung, mir einen Twitter-Account zuzulegen.

pl0gbar, Münster

21. August, 20:00 Uhr

pl0gbar

Biercafé Fundus am Hauptbahnhof. Mehr Infos

Vortrag des Dalai Lama, Münster

21. September

Der Besuch des Dalai Lama ist mehr außer der Reihe. Auch dafür gibts evtl. noch Karten.

StartupWeekend, Hamburg

22. – 23. September

StartupWeekend

Das StartupWeekend ist einer der spannendsten Termine des Jahres für mich. Innerhalb eines Wochenendes soll mit einem Team von über 100 Leuten eine Firma entstehen. Eine Organisations-Meisterleistung! Da nun mit dem Stilwerk eine unglaublich inspirierende Location gefunden ist, stehen die Sterne günstig.

Reguläre Anmeldungen sind leider nicht mehr möglich, aber es wird noch studentische Unterstützung gesucht!

omd07, Düsseldorf

25. + 26. September

Letztes Jahr hab ich da den ersten Apfel seit langem bekommen, den ich ohne allergische Reaktion essen konnte. Bio-Food mit Logo zu verteilen war schwer angesagt. Mal sehen, was diesmal dran ist. Ich könnte da ganz köstiche Suppen empfehlen.

Auf jeden Fall wirds wieder lustig und ein, zwei nette Leute wird man wohl auch wieder treffen. Auf der Ausstellerliste findet man auch diverse Web 2.0-Unternehmen. Registrierung ab Montag. Alex, kommst Du wieder mit?

Intelligent Corporate Website 3 – WARUM

31. Juli 2007

Welche Web 2.0-Mittel die Unternehmens-Website der näheren Zukunft unter anderem beinhalten könnte, habe ich in den letzten Tagen hier und hier ausgeführt. Natürlich kam hin und wieder die Frage, wozu das gut ist, der Hinweis auf bestehende „aufgeblähte“ Corporate Blogs oder die Reduktion auf die Fragestellung “Wie können wir morgen fancy sein?”.

Wozu soll eine Intelligent Corporate Website (vielleicht besser Interactive Corporate Website oder Corporate Site 2.0? Corporate Network? Wie nennen wir das Kind?) also gut sein? Ich stelle mir vor, die Tools, die nach das Spiel- und Ausprobierphase nun im privaten Bereich schon die Kommunikation bereichern (ja, das können sie tatsächlich, ein wenig Bedacht in der Anwendung vorausgesetzt 😉 ), für eine Unternehmens-Website einzusetzen. Nicht als Spielwiese vor den Toren, sondern als konstituive Bestandteile des Internetauftritts.

Die Vorteile:

  • Workflow-Verbesserung durch Integration verschiedener Kanäle
  • Höhere Konversion durch Bündelung und enge Verknüpfung der Angebote, geringere Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme
  • Weniger Reibung in der internen Kommunikation
  • Mehr Nähe und Aktualität in der externen Kommunikation

Natürlich eignet sich dieses Konzept eher für einen Web-Dienstleister oder eine PR-Agentur als für eine Autowerkstatt oder einen Versand für Kinderbekleidung. Aber überall, wo Dienstleistung und Kommunikation im Mittelpunkt stehen, kann es sinnvoll sein.

Workflow

Christian (alias Taotakashi) hat in seinem Kommentar die vielen Kanäle, die er bedient, einmal aufgezählt und den Wunsch geäußert, diese zumindest an einer Stelle zusammenzuführen. Er ist wohl schon ein Extremfall, aber allein der Umstand, nicht mehr zwischen zusammengehörigen Themen auf Corporate Website und Corporate Blog hin- und herverlinken zu müssen, spart Arbeit.

Konversion

Nicht nur das: Die Bündelung sorgt auch für eine bessere Konversion. In einem einigermaßen regelmäßig geführten Blog wird einfach mehr los sein. Steht es allein, wird sich ein Bruchteil der Besucher auf die dazugehörige Firmenseite „verirren“. Ist es integriert, sodass Firma und Blog als wirkliche Einheit wahrgenommen werden können, sieht das anders aus.

Sven Wiesner schreibt, dass man WordPress mit Plugins schon jetzt besser als alle anderen CMS zur Corporate Site „tunen“ könne. In der Praxis werden es dann doch entweder klassische statische Seiten mit einem Menüpunkt „Blog“ oder „Aktuelles“ oder fancy Blogs wie bei Ekaabo, die einen mit ihren Gadgets fast erschlagen, aber weder vom Design noch vom Stil etwas mit der „Mutterseite“ zu tun haben.

Interne Kommunikation

Ich bin gern und viel unterwegs. Zudem arbeite ich mit Kollegen unter anderem in Aachen und Hannover zusammen. Für die interne Kommunikation fällt die Begegnung an der Kaffeemaschine weg. Sobald drei und mehr Mitarbeiter im Projekt involviert sind, wird E-Mail- und Telefon-Kommunikation unübersichtlich. Daher mein Plädoyer für ein internes Wiki. Vereinbarungen, How-Tos, Anforderungen und Deadlines sind für alle zentral einseh- und veränderbar. Dieser Punkt ließe sich am ehesten aus der „ICW“ herauslösen, da es sich wie gesagt um ein rein internes Tool handelt.

Externe Kommunikation

Die 2.0-Gadgets können, sinnvoll eingesetzt, eine Möglichkeit bieten, Firmen im Netz anfassbarer und menschlicher zu machen. Die meisten Corporate Websites sind weder Vorzimmer noch Sekretariat im Netz, sondern Außenfassade oder allenfalls das Schild am Fahrstuhl. Indem Blog, Twitter, Social Bookmarking & Co direkt auf die Firmenseite geholt werden, treten wieder „echte Menschen“ auf, die man dann auch lieber anspricht. Das ist natürlich nichts für die Kollegen, die es genießen, sich hinter schicken Flash-Pages vor den Kunden zu verstecken.

Für die „agile Auftragsabwicklung“ sorgt ein für den Kunden zugängliches Wiki. Jetzt muss ich nur noch eines finden, das Jedermann ohne zweitägige Einweisung versteht und bedienen kann.
Ich hoffe, der Sinn einer solchen Seite und der Unterschied zu „lesen Sie auch unser Blog unter http://www.etcpp“ ist klar geworde. Jetzt habe ich mich weit genug aus dem Fenster gelehnt für heute. Bald hilft nur noch die Realisierung.

Intelligent Corporate Website 2 – WAS

30. Juli 2007

An dieser Stelle möchte ich meine Überlegungen zur „Intelligent Corporate Website“, wie Cem sie nennt, fortführen. Im Laufe der Zeit möchte ich vom WAS über das WARUM zum WIE kommen, also grob umreißen, was eine solche Seite beinhalten könnte, wozu das gut ist und wie das aussehen und umgesetzt werden könnte.

Welche Web 2.0-Elemente ließen sich also wie auf einer solchen Seite verwenden? Den Rest des Beitrags lesen »

Corporate Blog oder gleich „intelligent Corporate Website“?

29. Juli 2007

Gedankendiffusion: Cem Basman denkt in seinem Blog und bei XING über eine „intelligent Corporate Website“ auf Blogbasis nach:

„Eine Website, die zunächst vielleicht wie eine herkömmliche wirkt aber mit starken eingebetteten persönlichen (Blog), interaktiven, dialogorientierten oder aktuellen (RSS Feeds) Elementen. Eben alles, was Blogtechnologie hervorgebracht hat und alles was den meisten Corporate Websites abgeht bzw. fehlt.“

Gerade in den letzten Tagen habe ich noch darüber sinniert, wie eine zeitgemäße Corporate Website aussehen könnte, insbesondere für Ein-Mann-plus-Netzwerk-Unternehmen wie meines. Dynamische Elemente wie Vorstellungen aktueller Projekte und ein Blog mit Kommentarfunktion sind zwar enthalten, das geht mir aber eigentlich noch nicht weit genug. Den Rest des Beitrags lesen »

WWU als Barcode – PIEP! 275 Euro bitte.

13. Juli 2007

Das neue Corporate Design der Uni ist da. Schon seit einer Woche, und ich kriegs erst jetzt mit. Aber schon vorher hab ich Zeichnungen gesehen und mir sagen lassen, dass es „polarisiert“. In der Tat.

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