BarcampCologne2: Review Tag 2

20. August 2007

Das BarCamp Cologne ist vorbei und das Virus hat mich infiziert. Wird wohl nicht mein letztes gewesen sein. So viele interessante Gespräche an einem Wochenende hatte ich selten. Außerdem habe ich gelernt, dass die Polizei das Web 2.0 erfunden hat. In der Tat generieren die Freunde und Helfer einen Content, von dem mancher Community-Manager nur träumen darf.

Frischluft 2.0

Wer eine Community erst noch aufbauen will, sollte die Punkte aus Christine Stumpfs Session Game Mechanics in Betracht ziehen. Die ursprünglich von Amy Joe Kim stammende Keynote listet auf, mit welchen Mitteln man den Spieltrieb der User für die Bindung an die Plattform einsetzen kann: Vervollständigen von Sammlungen, Jagd nach Punkten, Feedback, Austausch und Individualisierung kommen in Rollenspielen wie in erfolgreichen Communities vor.

Nachdenklich gestimmt haben mich Christianes Worte, wie wunderbar „convenient“ doch das „Gruscheln“ bei StudiVZ sei. Man müsse sich „nichts überlegen“, sich keine Gedanken über einen Inhalt, eine Botschaft machen – Klick genügt. Arme Welt, hab ich mir gedacht. Ich gehöre zu den wohl aussterbenden Konservativen, die sich von sogenannten „Freunden“ nicht mechanisch abfüttern lassen wollen sondern den echten Austausch suchen.

Genug Kulturpessimismus verbreitet und zurück zum Business: Robert Basic, Burkhard Schneider und Oliver Ueberholz haben in ihrer Session unter anderem ein Sales-Pipeline-Modell vorgestellt, nach dem potentielle und bestehende Kunden in vier „Härtegrade“ nach Interesse, fester Absprache, verschicktem oder unterschriebenem Vertrag klassifiziert werden. Das hilft dabei, die Konversion von der einen zur nächsten Stufe zu überwachen, eventuelle Fehler auszumachen und gegenzusteuern.

Übertragen auf Communities könnte man nach diesem Modell die Kosten und die Konversion zum Beispiel für die acht Nutzertypen der Result-Studie aufschlüsseln. Das ermöglicht wiederum einen brauchbaren User-Forecast, anhand dessen man die variablen Kosten planen kann.

Auf die Wichtigkeit dieser variablen Kosten wies Robert gleich zu Beginn hin: Manchen Startups bricht der Erfolg das Genick: entweder sofort, weil die Kosten insbesondere für den veursachten Traffic das Kapital auffressen, oder später, wenn es zu einem Einbruch kommt und nicht für 3-6 Monate Rücklagen gebildet wurden. Reduzieren lässt sich das Risiko z.B. durch Leasing und freie Mitarbeiter statt Festangestellter.

 BWL-Session

Ich kann gar nicht so viel bloggen wie es spannende Themen gab. In den nächsten Tagen rutscht sicher noch was hinterher, auf jeden Fall über Townster und NoseRub. An dieser Stelle ein Dank an alle Vortragenden, Mitwirkenden, die Organisatoren und Sponsoren: Es gab viel zu lernen und hat an nichts gefehlt – außer vielleicht mehr Ethernet-Anschlüsse für ältere Laptops, doch selbst die waren zu finden.

Der Beweis, dass man gute Ideen selten allein hat, ist mir auf dem Weg zum Auto noch begegnet. Mit wem hatte ich mich beim Camp über flexible Bürogemeinschaften für Vielreisende Digitale Bohèmiens unterhalten? Auf jeden Fall hat mir draußen jemand einen Flyer für thebusinessclass.net in die Hand gedrückt. Uaaarrrh, meine Augen!
Und dafür, dass es bisher erst ein Büro in Berlin gibt, nehmen sich Cape Town, Havana, New York, Tokio & Co. als avisierte Standorte vorsichtig gesagt ehrgeizig aus. Hamburg, Köln, Frankfurt, München wären mir lieber. Zumindest so lange ich noch zum Train Set™ und noch nicht zum Jet Set zähle.

Wer gleich zum nächsten BarCamp in Wien will, kann schon jetzt in Karin Schmollgrubers Blog eine Unterkunft gewinnen. Kleiner Tipp: Im gefragten Wald gibts gebratene Hühnchen.

5 Antworten to “BarcampCologne2: Review Tag 2”

  1. manu Says:

    http://www.TheBusinessClass.Net

    Bezüglich der geplanten/erhofften BCN-Standorten: Es geht mir nicht darum „hochtrabende Destinationen“ anzugeben und einen Jet-Set-Club zu machen.

    Es geht genau um das Gegenteil! Ich bin der Meinung, dass die Globalisierung bei den Freiberuflichen, Kreativen etc. (Digitale Bohèmiens) noch nicht angekommen ist. Warum sollen denn all diese Städte den Sony,- BASF- und Adidas-Angestellten… oder Touris vorenthalten sein? Hättest Du denn nicht Lust mal die Wintermonate lieber von Kapstadt aus zu arbeiten (nur eine Stunde Zeitverschiebung!), anstatt vom kalten und nassen Deutschland aus?

    Den Flyer den Du gestern bekommen hast, gibt es auch auf Engl., Franz., Span., Ital. und Jap., die wir an BCN-Mitglieder und Freunde in diesen Ländern verschickt haben. An alle mit der Bitte die Idee weiter zu tragen. (Über jede weitere Adresse/Connection freuen wir uns.)

    Berlin, Kapstadt, Havanna, Kathmandu, Marrakesch, New York, Odessa, Tokio stehen für ein Programm und sind unsere Favoriten!

    Hamburg, Köln, Frankfurt, München hätten wir auch gerne als Standorte, keine Frage – deswegen suchen wir dort auch Leute, sonst würden wir ja keine Flyer auf dem Barcamp in Köln verteilen. Jeder kann einsteigen – siehe unter FAIRCHISE vs. FRANCHISE bzw. unter IDEE.

    Der Gedanke war, wenn sich ähnliche Menschen zusammen tun und ein Netzwerk bilden (und es gibt doch einen Haufen Leute wie uns, die mit dem Laptop durch die Gegend ziehen), dann gäbe es wirklich eine neue Art von Business Class! Und ein Netzwerk, das jeder von uns immer gesucht hat und nutzen kann – jetzt machen wir es eben selbst!

    Es geht also nicht um Theorie oder Ehrgeiz, sondern darum diese Lebensart für jeden möglich zu machen bzw. zu unterstützen! „It´s your business, anywhere“ soll für immer mehr Menschen Wirklichkeit werden.

  2. Till Says:

    Ich hoffe, bei meinem flapsigen Ton ist nicht untergegangen, dass ich die Grundidee für eine sehr gute halte. Ich behalte das gern im Auge, erst recht wenn die Internetseite übersichtlicher wird.

  3. Karin Says:

    Hi Till,
    hab deinen Tipp für die richtige Antwort auf die Gewinnspielfrage nicht gleich gecheckt. Bin ja auch Vegetarierin.
    Liebe Grüße aus Wien


  4. […] mal habe ich weit weniger Sessions besucht als in Köln, offenbar ganz gegen den Trend. Das lag keineswegs an uninteressanten Sessions, sondern daran, dass […]


  5. […] Ich hab ein paar Eindrücke von meinen bisherigen Barcamps Köln (Tag 1 | Tag 2) und Berlin […]


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