dukudu-Gründer Christian Reder berichtet in seinem Startup-Exit-Blog von einer – sagen wir – überzufälligen Begebenheit: Kurz nachdem das kreativ aus der Reihe tanzende dukudu-Exposée beim European Founders Fund der Samwer-Brüder eingegangen war, schaute einer der Gründer des Konkurrenten Frazr in Reders XING-Profil rein. Bis dato war das Projekt dukudu aber völlig geheim. Und Frazr wurde damals bereits vom EFF finanziert. Reder distanziert sich von Unterstellungen, legt aber schon einige Vermutungen nahe…
Nun kann man darüber streiten, ob es so clever ist, ausgerechnet bei einem VC um eine Finanzspritze zu bitten, der schon die direkte Konkurrenz im Portfolio hat. Diese Diskussion hatten wir bei wave-IT auch schon in aller Ausführlichkeit. Der andere Aspekt ist das Taktieren um die geheimen Pläne. Wieviel erzählt man potentiellen Geldgebern, Mitarbeitern, Partnern? Wie lange hält man Informationen zurück und vor wem?
Bloglines-Entwickler Mark Fletcher hat schon vor Jahren eine einfache Antwort gegeben: Stealth Start-Ups Suck! Er bringt ein paar gute Argumente dafür.
Ich stelle mir im Moment vor Gesprächen die simple Frage „Wem nützt es?“. Wenn ich jemanden vor mir habe, der ein ähnliches Angebot betreibt oder finanziert, sollte ich mich natürlich zurückhalten. Rede ich aber mit einem Programmierer, den ich gern ins Boot holen will, einem unbeteiligten VC oder einem potentiellen Partner, verlasse ich mich – neben einem gewissen Grundvertrauen in meine intuitive Menschenkenntnis – auf eine simple Aufwandsrechnung: Wenn meine Idee jemanden überzeugt, warum sollte er sie NICHT mit mir umsetzen?
Anders gesagt: Warum sollte jemand den Umweg gehen, wenn er die direkte Strecke nehmen kann? Nicht umsonst werden viele VCs nicht müde zu betonen, dass sie in erster Linie in Menschen und nicht in Ideen investieren. Weil jede Idee eben nur so gut ist wie ihre Umsetzung. Und zu der gehört eben nicht nur ein schnell zusammengehexter Code, sondern auch ein Erlösmodell und die Vermarktung. Naiv? Vielleicht. Aber es spart wertvolle Zeit – und Nerven.
11. Juli 2007 um 11:35
Gut gesprochen! Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.
Außer vielleicht einem Zitat von Dale Carnegie aus seinem berühmten Buch „Sorge dich nicht – lebe!“:
„Mit den Jahren entdeckte ich schließlich, dass 99 Prozent aller Dinge, über die ich mir Sorgen machte oder vor denen ich Angst hatte, nie passierten.“
11. Juli 2007 um 11:54
Eben eine nette Nebenerscheinung des Web2.0 diese Stealth-Modes
Niedrige Einstiegsbarrieren und gut ausgebildte Wettbewerber machen es natürlich nötig mit einem möglichst vollständigen Produkt an den Markt zu gehen, aber die Masche „Wir machen was total geiles, dürfen dir aber noch nicht sagen was wir machen“ finde ich mittlerweile eher langweilig. Dann lieber die ganze Zeit die Klappe halten und alle überraschen.
Ich habe das Gefühl solche Stealth-Aktionen finden aber auch nur statt, wenn man sich mit seinen wettbewerbern auf einem sehr ähnlichen Level bewegt, Services die wirklich einzigartig sind haben bisher jedenfalls nach meiner Einschätzung keine Wochen/Monate-lnage Stealth-Phase nötig gehabt.
Das sollte uns zu denken geben
11. Juli 2007 um 10:28
Gerade wenn ich mich mit meinen Mitbewerbern auf einer Stufe befinde, würde ich so offen wie möglich kommunizieren. Stealth mode hat doch nur Sinn, wenn man sich einen Vorsprung in puncto Ideen davon erhoffen kann.
26. Juli 2007 um 8:54
[...] konnten, ausgerechnet an jemand zu wenden, der dazu ganz gut allein in der Lage war. Aber gegen Ideenklau ist kaum ein Kraut gewachsen – nur Geschwindigkeit. Darüber hinaus hat ein ganz guter Artikel aus [...]