Wie funktioniert ein Barcamp?

10. Januar 2008

Hallo Jan,
da ich diese Frage öfter höre und Du sicher nicht der letzte bist, kommt die Antwort per Blogpost:

Die Teilnahme an einem Barcamp lohnt sich. Zunächst mal: Hast Du Dich schon angemeldet? Wenn nicht, mach das am besten gleich. Die Plätze sind begehrt und immer schnell ausgebucht. Noch dazu sind sie kostenlos. Allerdings gebietet es die Fairness, sich nur dann anzumelden, wenn man ernsthaft vor hat, dort auch aufzuschlagen. Mit Fehlkalkulationen aufgrund von „No-Shows“ gab es in der Vergangenheit Probleme.

Ein Barcamp kannst Du Dir vorstellen wie eine extrem lockere Konferenz. Barcamps werden Un-Konferenzen genannt, weil sie ohne vorher festgelegte Referenten und Schedules auskommen. Die Themen werden vor Ort von den Teilnehmern ausgewählt.

Am Freitag gibt es irgendwo in der Nähe eine Party, meist und idealerweise mit Freibier. Samstags trifft man sich zum Frühstück in den Konferenzräumen und beginnt mit einer Vorstellungsrunde. Das geht trotz ca. 200 Teilnehmern recht zügig, wenn jeder nur drei Tags nennt, zum Beispiel „Pfandtasse, Kaffee, Startup“.

Anschließend schlägt jeder, der eine Session anbieten will, sein Thema vor, die Interessenten geben Handzeichen. Die Themen reichen von sehr spezifischen technischen Fragen über die Vorstellung neuer Dienste bis zu eher allgemeiner Internet-Ökonomie und -Soziologie. Themen, für die sich genug Teilnehmer finden, werden auf einen Zettel geschrieben und auf einen freien Fleck im Zeitplan gepinnt. Wenn die Themenwand voll ist, gibts noch einmal kurz Gedränge davor, dann verteilen sich alle.

Im Optimalfall sollte der Anbieter der Session keinen einstündigen Vortrag daraus machen, sondern einen Austausch unter den Teilnehmern anregen und moderieren. Wenn dann weder ein Stuhlkreis noch ein Clash of Egos daraus wird, hast Du die ideale Session miterlebt.

Mach nicht den Fehler, Dir den ganzen Tag zu verplanen. Du kannst auf dem Flur oder am Kaffeestand eine Menge interessante Leute kennenlernen, die meist sehr aufgeschlossen sind. Die Teilnehmerlisten im Netz und die obligaten Namensschilder (oder mir sehr sympathischen Kreppbänder) erleichtern es, ins Gespräch zu kommen.

Gegen 18 Uhr ist die letzte Session gelaufen und man zieht in kleinen Gruppen zum Essen. Anschließend kann man mit den üblichen Verdächtigen noch bis zum Sonnenaufgang um die Häuser ziehen. Sonntag ist dann alles weitgehend wie Samstag, nur dass vormittags die üblichen Verdächtigen fehlen.

Schau es Dir selbst an. Die nächsten Termine in der Nähe sind in Hannover und Essen. Ich werde auch nach Jena fahren. Am Bodensee ist auch noch eins geplant. Eine vollständige Liste gibt es unter barcamp.org.

Nachtrag: Ich hab ein paar Eindrücke von meinen bisherigen Barcamps Köln (Tag 1 | Tag 2) und Berlin notiert.

Nachtrag 2: Die Anmeldung für das Barcamp Ruhr in Essen soll laut Kathrin vom Orga-Team am Dienstag Mittag freigeschaltet werden.

8 Antworten to “Wie funktioniert ein Barcamp?”


  1. […] sich unter einem Barcamp noch nichts vorstellen können, habe ich vor ein paar Wochen eine kleine Einführung geschrieben. Kategorie: Wir woanders, […]


  2. […] zweites Barcamp als Kaffee-Vollversorger sein (für diejenigen, die nicht wissen, was das ist: Wie funktioniert ein Barcamp). Bepackt mit Schlafsack, Isomatte und einem großen Rucksack voller Kaffee werde ich mich gleich […]


  3. […] genau ein Barcamp ist kann man am besten auch im Blog von Till der Pfandtasse, […]


  4. […] Barcamps (Was ist ein Barcamp?) in Deutschland haben jetzt auch eigene Kaffeemaschinen! Wir haben sie zusammen mit edelight, einer […]


  5. […] gibt mittlerweile eine ganze Menge themenbezogene Veranstaltungen nach dem Barcamp-Prinzip: Ausgehend von Internet und Web 2.0 im Allgemeinen hat sich die Idee über gemeinsame […]


  6. […] WordCamp ist ein Barcamp mit Schwerpunkt auf dem Blog-CMS WordPress, mit dem auch dieses Blog betrieben wird. Knapp 300 […]


  7. […] Kulturen großgeschrieben. Was für den einen die Jams und Open Mics sind für die anderen die Barcamps, die spontan organisierten Social Media-Konferenzen sind Freestyle-Kongresse. Da müssten an ihrem […]

  8. Avacoach Says:

    […] Durchklicken fand ich dann noch einen Link zu meiner Frage “Wie funktioniert ein BarCamp” und darin auch eine Nische für meine Interessen am web-basierten Lernen: […]


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: