Trickfilmlegenden und Karteikärtchen

1. September 2007

Heute Mittag habe ich einen brandeins-Artikel über Crowdsourcing gelesen. Die Essenz: Der Nutzen steigt mit der Heterogenität der Crowd und der Schlüssel ist die Organisation dieses bunten Haufens. Gar nicht so trivial, da den Königsweg zu finden. Je mehr Antworten sich herauskristallisieren, desto mehr Detailfragen tauchen auf.

Was computergestützte Tools wie Trac angeht, hat Horst-Peter in seinem Kommentar im StartupWeekend-Blog sehr schlüssig für „Hardware“ plädiert, sprich: Karteikarten und eine Wand:

„Vorteile: Minimaler technischer Aufwand und geringes “Absturzrisiko”, wirklich jeder ist spontan in der Lage damit zu arbeiten und die Karten zu nutzen, Transparenz: Jeder kann jederzeit plastisch einen Überblick über die Anforderungen erhalten, man kann sie stapeln, markieren, numerieren, sortieren, gruppieren, anheften und jeder kann es sofort sehen und mitmischen.“

Das erscheint mir sehr einleuchtend. Am wichtigsten finde ich, dass wir damit viel Einarbeitungszeit sparen. Da wir alle gleichzeitig auf einer Etage arbeiten und nicht auf der ganzen Welt verteilt, sind wir schneller in den Nebenraum gegangen als wir ein Programm aufgerufen haben.

Dazu, wie sich die Teilnehmer innerhalb der Gruppen organisieren und zu Entscheidungen kommen, werden wir Vorschläge machen, aber keine Vorschriften. Cihan will dahingehend was ausarbeiten. Er wird hoffentlich später auswerten können, welche Methoden sich bewährt haben und welche nicht zielführend waren.

Peter Heßbrüggen empfiehlt für die Planung die Walt Disney-Methode:

„Hierbei gibt es 3 Räume (Visionär, Macher und Kritiker) die vergleichbar mit den Scrum Sprints in einzelnen Phasen durchlaufen werden. Hier wird bewußt in dem jeweiligen Raum mit bestimmten unterstützenden Methoden und Medien gearbeitet.“

Spannender Ansatz. Ich bin noch ein wenig skeptisch, ob sich dieser Rollen- und Raumwechsel mit unserem begrenzten Zeit- und Platzangebot verträgt, aber vielleicht können wir uns auch hier wieder das beste herauspicken und uns inspirieren lassen.

Gestern habe ich mit Joerg telefoniert. Mit einiger Scrum-Erfahrung plädiert er für eine Sprint-Dauer von zwei bis drei Stunden. Danach könnten Vertreter der Kompetenzgruppen in einer Art „Scrum Of Scrums“ den derzeitigen Stand durchgeben, Hindernisse mitteilen und Verbeserungsvorschläge unterbreiten, anschließend neue Aufgaben untereinander aufteilen (die werden als Post-Its an die Wand gehängt) und wieder auseinandergehen. Das sollte nicht viel länger als 20 Minuten dauern und lässt sich evtl. sogar auf die Pausen legen, sofern genügend Leute bereit sind, da mitzuziehen. Hindernisse kommunikativer oder handfester Art, die sich in diesen Meetings herausstellen, werde ich nach Kräften aus dem Weg zu räumen versuchen.

Wir sollten nicht auf irgendwelchen Methoden reiten, sondern nur im vorhinein ein Instrumentarium bereitlegen. Ob und wie wir es nutzen entscheiden wir spontan. Ein paar Vorschläge werden sicher noch hinzukommen. Als Inspirationsquelle zum Weiterlesen empfehle ich meine derzeitige Nachtlektüre: Eine Interviewsammlung zum Thema Crowdsourcing

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