Der Strauch im Hof

17. August 2007

Ich hab aus gegebenem Anlass heute morgen doch „Wag the long tail“ geschwänzt – muss sowieso um 16.30 schon wieder in Aachen sein, aber man sieht sich heute Abend auf der Party! – und stattdessen den Strauch im Hof gestutzt.

Schnitte

Dann stehe ich vor diesem grünen, giftigen Strauch, der schon da ist, seit ich denken kann, und räsoniere. Was schneide ich weg, was lasse ich dran? Nimmt das zu viel Licht? Oder wirkt es dann zu kahl? Mich bringt so was zum Nachdenken. Viele Analogien.

Ich tendiere im Zweifel dazu, etwas nicht wegzuschneiden, sondern lieber erst mal wachsen zu lassen und zuzusehen, was draus wird. Manchmal wäre es besser, konsequenter zu sein. Ein mutiger Schnitt – und es fällt wieder Licht auf den Boden, es wächst etwas neues, das sonst keine Chance gehabt hätte. Aber was?

Der größte Feind des modernen Menschen ist seine Freiheit. Kontingenz, die Fülle der Möglichkeiten. Dass etwas so oder auch anders sein könnte, mit ungewissem Ausgang. Manchen Menschen jagt das solche Angst ein, dass sie alles wachsen lassen und keine Schnitte machen. Bis alles eingeht.

Ich habe geschnitten. Schade um das schöne Grün, aber zumindest kommt die Sonne wieder durch.

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