Wie ich heute Nachmittag schon geschrieben habe: Das StartupWeekend muss man erlebt haben, um es zu verstehen. Zu viel ist passiert auf zu vielen Ebenen. Ehe ich aber für heute noch ein paar Stunden abschalte und mich morgen wieder in erster Linie zuckr widme, will ich noch ein paar Eindrücke festhalten. Eines vorweg: Ich bin froh, am StartupWeekend teilgenommen zu haben und danke mit höchstem Respekt den Organisatoren. Ich hoffe auch, dass das nicht das letzte Event seiner Art in Deutschland war. Aber gerade deshalb würde ich auch gern ein wenig konstruktive Kritik loswerden.
Ich fand es von Anbeginn schade, dass Horst-Peters und meine Überlegungen zur Koordination der Teilgruppen offenbar in letzter Minute wieder über Bord geworfen wurden. Besonders Horst-Peter hat sich eine Menge Mühe gemacht und letztlich haben wir viel Zeit damit verschwendet, im laufenden Betrieb durch Trial & Error auf genau die Instrumente zu kommen, die wir schon im Vorfeld empfohlen hatten. Das hat mich zwischenzeitlich frustriert.
Ein übriges hat getan, dass wir uns bereits in Gruppen aufgesplittet haben, bevor wir gemeinsam auf eine grobe Strategie eingeschworen waren. So wusste sprichwörtlich die linke Hand nicht, was die rechte tut. Robert hat dazu schon gestern einen sehr guten Verbesserungsvorschlag gemacht.
Überhaupt war zu beobachten, dass sich mit der Zeit hier und da die gleichen Symptome zeigten wie in “richtigen” Firmen: Ressortdenken und Vermeidungsstrategien. Selten, aber vorhanden. An mancher Stelle gab es dagegen ungewollten Leerlauf. Ich wage mal die kühne These, dass das gleiche Ergebnis auch mit der Hälfte der Teilnehmer, eventuell noch weniger, zu erzielen gewesen wäre. Aber mit welchen? Eine Herausforderung für zukünftige solche Vorhaben wird sein, die geballte immense Manpower auch sinnvoll einzusetzen. Die Codebase haben zum Beispiel größtenteils unsere beiden Helden der Nachtschicht geliefert.
Für einen groben Schnitzer halte ich, dass es keine wirkliche Abschlusspräsentation gegeben hat. Nach dem tollen Start hätte man den Abschluss vor der Aktienausgabe nutzen können, die versammelten Mitarbeiter und Multiplikatoren einzuschwören, aber die Klammer blieb auf. Nils, der die Leitung des Management-Teams übernommen hatte, fand bei seiner leicht verspäteten Ankunft im Versammlungsraum schon eine Menge in Aufbruchstimmung vor und entschied sich dagegen, seine geplante Präsentation zu halten. Von Seiten der Technik hieß es, das Produkt stehe, aber nur auf einem USB-Stick. “Dann rein damit und herzeigen”, dachte ich wohl nicht allein, aber nichts dergleichen geschah. So bleibt für mich wie wohl für viele Teilnehmer der schale Beigeschmack, etwas auf die Beine gestellt zu haben, aber nicht so genau zu wissen, was. Ein paar Kennzahlen, ein paar Screenshots hätten gereicht, hat doch schon das von Sven gestaltete Logo für einen großen Motivationsboost gesorgt.
Dass ich im Großen und Ganzen doch sehr zufrieden bin mit der Veranstaltung liegt daran, dass meine im Vorfeld formulierte Erwartung, unter Arbeitsbedingungen neue Leute gleich von ihrer authentischen Seite kennen zu lernen, voll erfüllt wurde. Auf dem StartupWeekend geknüpfte Kontakte halte ich für wertvoller als solche, die in “gemütlicher” Atmosphäre von Messen oder ähnlichem entstehen.
Mit Lutz und Anja haben wir an der Spitze des neuen Unternehmens zwei qualifizierte und motivierte Leute, die in der Lage sind, aus der Idee etwas zu machen. Allerdings nicht allein. Ob die Firma tatsächlich einmal Gewinn einfährt, hängt maßgeblich davon ab, inwieweit die Beiden langfristig auf die Unterstützung des Teams zählen können. Ich werde in den nächsten Tagen kommissarisch die Pressearbeit übernehmen, das aber nicht auf Dauer leisten können. Nun wollen wir erst mal die Resonanz abwarten, wenn unser Baby edelbild in den offenen Betrieb geht. Mit viel Spannung harre ich der Dinge, die da noch kommen. Nochmal danke, an alle, für ein unglaublich spannendes Wochenende!