Archiv für Oktober, 2007
14. Oktober 2007
Da ist mir doch der Deutsche Fachjournalisten-Verband um einen Tag zuvorgekommen und hat 10 Thesen zu Weblogs und Journalismus veröffentlicht (via medienrauschen). Offensichtlich löst man sich dort langsam von normativen Grabenkämpfen und geht einen Schritt auf die Blogger zu. Die Journalisten werden sogar ausdrücklich ermutigt, Blogs als Quelle und als eigenes Mittel zum Dialog zu verwenden.
Die Zurückweisung einer möglichen Konkurrenz aus Bloggerhausen ist natürlich so obligatorisch wie in sich unschlüssig:
“Ein Ersatz der traditionellen Medien durch diese neuen Angebote kann schon deshalb nicht stattfinden, weil zahlreiche Blogs Berichterstattung aus den Medien aufgreifen, zitieren und kommentieren und Diskussionen so erst angestoßen werden.”
In der Momentaufnahme stimmt das. Auf Dauer muss das nicht anders aussehen, könnte aber. These 7 ist Wasser auf meine Mühlen:
“Durch ihre Subjektivität eröffnen Blogs Journalisten einen ungefilterten Blick in Debatten über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Im Idealfall können Journalisten so auf ein breiteres Meinungsspektrum zurückgreifen und Debatten besser beschreiben.”
Am besten gefällt mir das versöhnliche Fazit:
“Journalisten sollten sich daher der neuen Entwicklung offen und
gelassen nähern und diese Formate selbst ausprobieren.”
Herzlich willkommen.
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Tags: DFJV, Weblogs
14. Oktober 2007
Wir waren heute in einem Ausflugslokal am Waldrand. Gleich vor der Eingangstür hatte jemand in großen Buchstaben mit Kreide “NÜSSE” auf den Boden geschrieben. Eine Reihe Pfeile >>>> wies seitlich am Lokal vorbei >>>> über die Kreideschrift >>>>>> “15 Nüsse 50 Cent” >>>>> bis zu einem Campingtisch vor dem benachbarten Wohnhaus, mit einem Karton Nüssen darauf und einem kleinen blonden Jungen dahinter.
“15 Nüsse 50 Cent, 30 Nüsse 1 Euro, 60 Nüsse 2 Euro” stand auf dem Preisschild. Wir haben keine Nüsse mehr bekommen, Florian war schon dabei, den Stand abzubauen. Wie die Geschäfte liefen? Gut, meint er. Und geht die 20 Meter nach Hause.
Kostenlos wertvollen Traffic abgraben, den Kunden einfangen, wenn er ohnehin in Ausgebelaune ist, ein gestaffeltes Preismodell für jeden anbieten und - last but not least - ein kleiner blonder Junge sein. So funktionierts.
Kleiner Nachtrag: Ich habe es in seinem Alter, also mit etwa 7, auch mal mit Nüsse verkaufen probiert. Traffic gab es an der Bushaltestelle vor dem Haus auch, aber nicht das nötige Umfeld. Letztlich bin ich von B2C auf B2B umgeschwenkt und hab die selbstgesammelten Nüsse dem nächstgelegenen Bauern mit Hofverkauf aufgeschwatzt. Geht aber auch nur als kleiner blonder Junge.
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Tags: Jungunternehmer, Nüsse
14. Oktober 2007
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13. Oktober 2007
Heute ist Reiseplanungstag. Hält ganz schön auf, Tickets zu buchen, Verbindungen rauszusuchen, mal Preise zu vergleichen, und wenn man sich für den Thalys nach Paris entscheidet hört echt alles auf. Buggy, unübersichtlich und schlecht lokalisiert, also genau so, wie man sich eine Buchungsseite nicht wünscht. Bin reumütig zu bahn.de zurückgekehrt.
Hab mir auch schon mal Gedanken über ein mashup von Buchungssystemen über die einzelnen Transportmittel hinaus Gedanken gemacht. Aber ein potentieller Investor meinte mal lapidar: “Herr Achinger, dafür gibt es Sekretärinnen!” Wo ist meine?
Zum Thema:
Mit einem Wartelistenplatz von 36 sieht es, solange die No-Show-Rate mit Köln vergleichbar ist, richtig gut für eine Teilnahme am Barcamp Berlin aus. Flug ist auf Verdacht gebucht. *aufholzklopf*
Gleich im Anschluss kann man die Web 2.0 Expo mitnehmen. Dazu fehlt mir aber im Moment die Muße. Irgendwann müssen die tollen Projekte, die man da vorstellen kann, ja auch entwickelt werden.
Ein paar Stunden Web2Open am Montag sind aber drin. Würde mich freuen, da den einen oder die andere zu treffen.
Sehr gespannt bin ich auf das IdeaLab!2007. Noch kann ich mir alles und nichts darunter vorstellen, aber Jans Liste der Redner hat mich neugierig gemacht. Er und die anderen üblichen Verdächtigen werden schon wissen, warum sie ein Wochenende darauf verwenden.
An dieser Stelle sei noch einmal auf den ersten Web Montag Aachen am 22.10. und die 5. pl0gbar Münster tags darauf hingewiesen. Ich kann leider nicht dabei sein, wünsche aber viel Spaß!
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Tags: barcampberlin2, IdeaLab!2007, Vallendar, web 2.0 expo berlin, Web Montag, web2open
12. Oktober 2007
Vor einiger Zeit habe ich hier über den Einsatz von WordPress für eine neue Form von Unternehmenswebsite räsoniert, mit der Vorstellung, die Trennung von Corporate Website und Corporate Blog aufzuheben. Iris Rügner hat sich - angeregt von der gleichen Diskussion in der XING-WordPress-Gruppe - an die Umsetzung gewagt.
Auf den ersten Blick fehlte mir die Übersicht, weil man die Seite weder mit reinen Blog-Gewohnheiten, noch ausschließlich mit Firmenwebsite-Konventionen navigieren kann. Dann stellt sich aber eine explorative Nutzung ein, die ganz im Sinne der Erfinderin sein wird. Schnell gewinnt man die Übersicht zurück. Ich bin gespannt, wie sich die Seite im Laufe der Zeit entwickeln wird. Davon, dass das Konzept sich weiterentwickeln und Schule machen wird, bin ich überzeugt.
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Tags: pro4ma,
12. Oktober 2007
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11. Oktober 2007
Diese Thesen habe ich als Vorbereitung auf eine Prüfung niedergeschrieben. Ich veröffentliche sie hier in loser Reihenfolge und zum selbst Weiterdenken, in der Hoffnung auf Anschlusskommunikation.
Grundlage ist die Systemtheorie nach Luhmann und das Öffentlichkeitsmodell von Kohring (einen Einstieg gibt seine Antrittsvorlesung in Münster). Von daher sind die Begriffe auch nicht immer identisch mit ihrem Alltagsverständnis! Alles mit Vorsicht zu genießen und noch nicht rund, aber ein Denkanstoß.
- Luhmanns Begriff von Interaktionssystem vs. Massenmedien trägt nicht mehr. Soziale Systeme sind durch Kommunikation konstituiert, die ihrerseits durch sich selbst konstituiert ist. Massenmedien, zu denen Luhmann sämtliche technische Vermittlung zählt, können aber auf diese Weise nicht als soziales System abgegrenzt werden. Soziale Systeme sind nur durch Sinn begrenzt, nicht durch technische Medien. Ich kann also medienvermittelt nicht-öffentlich kommunizieren sowie unter Anwesenheit öffentlich kommunizieren.
- An Stelle der Interaktionssysteme bzw. Primärkommunikation vs. Massenmedien möchte ich die Unterscheidung offene vs. geschlossene Kommunikation verwenden, wobei die geschlossene Kommunikation durch die bewusste Auswahl direkt angesprochener Kommunikationspartner gegenüber der offenen abgegrenzt wird, die sich an ein unbestimmtes, diffuses Publikum richtet. Beides ist im www möglich.
- Das Internet an sich ist ebensowenig ein soziales System wie das Telefon oder der Fernseher. Das www ist auf inhaltlicher Ebene sehr wohl ein soziales System.
- Es reduziert die Unwahrscheinlichkeit von Kommunikation im Allgemeinen, erhöht aber gleichzeitig die Unwahrscheinlichkeit einer spezifischen Kommunikation.
- Weblogs sind aus Linklisten hervorgegangen, also Anschlusskommunikationen mit der Aufforderung zur Anschlusskommunikation. Die Funktionsweise von Weblogs und die Bewertungsmechanismen von Charts und Aggregatoren bilden starke Anreize zur Anschlusskommunikation. Blogger definieren den Wert ihres Produkts mehr über Anschlusskommunikation in Form von Kommentaren und Trackbacks als über Seitenabrufe. Dieses soziale Phänomen fördert das Gelingen von Kommunikation.
- Weblogs sind kein Journalismus, so lange ihnen diese Rolle nicht gesellschaftlich konsentiert zugewiesen wird. Das könnte sich aber ändern. Für das www sind sie bereits dabei, die Rolle eines Leistungssystems zu übernehmen, da web-spezifische Themen in den klassischen Medien unterrepräsentiert sind.
- Viele Blogs sind themenspezifisch und machen sich einen systemspezifischen Code wie den der Wirtschaft, der Wissenschaft oder des Rechts zu eigen, mit dementsprechenden Systemgrenzen und blinden Flecken. Durch die Überschneidung verschiedener Perspektiven in einem Thema und deren Nachvollziehbarkeit werden die blinden Flecken verringert. Daraus ließe sich (den empirischen Nachweis dahingestellt) folgern, dass ein einzelnes Weblog oft keine öffentliche Kommunikation beinhaltet, die Gesamtheit solcher Weblogs, die sog. Blogosphäre, aber sehr wohl, da sie systemübergreifende Zusammenhänge erkennbar macht.
- Das einzelne Weblog mit privaten Erlebnissen, Nachrichten und Meinungen befände sich somit nicht im Funktionssystem Öffentlichkeit, die „Blogosphäre”, die Summe strukturell gekoppelter Blogs, hingegen schon, da sie zur Ausbildung gesellschaftlicher Erwartungen beiträgt.
- Im Sinne von McLuhans „Global Village” lösen Blogs das Problem, dass Austausch persönlicher Meinungen und Nachrichten am Lagerfeuer nicht mehr stattfindet und soziale Netze des einzelnen Menschen örtlich immer verstreuter werden. Sie helfen bei der Ausbildung gesamtgesellschaftlicher (Blogosphäre) und spezifischer (einzelnes Blog) Erwartungen.
Der Frage, ob Weblogs als Journalismus gelten können, bin ich in meinem Versuch einer Zusammenschau über den Forschungsstand zu Weblogs und Journalismus nachgegangen.
Eben bin ich noch auf eine Ringvorlesung im jetzt beginnenden Semester gestoßen: Unter dem Titel “Internet Gesellschaft” sprechen u.a. Soziologen, Politologen, Kommunikationswissenschaftler und Praktiker über Web x.0 und seine Auswirkungen. Vorgemerkt!
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Tags: , Öffentlichkeit, Kohring, Luhmann
10. Oktober 2007
Darauf haben wir gewartet: Nach pennerVZ endlich openmyfacevz (via Cordobo), “das totale social network”. Endlich. Das Gründerteam kündigt schon Merchandising auf breiter Front an, aber Kaffeetassen, lieber Cordobo, erschnorrst Du Dir lieber demnächst bei zuckr!
Ist das herrlich. Egal ob damit eventuell sogar das 1000. Social Network clever beworben wird, etwas tatsächlich innovatives dahintersteckt oder die Sache für sich steht, ich hab mich scheckig gelacht. Und wenn es dann die offiziellen Kaffeetassen gibt, werd ich mir wohl auch eine bestellen…
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Tags: facebook, myspace, openmyfacevz, social network, studivz, xing
10. Oktober 2007
Können wir uns nächste Woche in Münster treffen? Nein, da bin ich in Frankfurt. Aber zurück komm ich durch Köln. Bist Du nicht eh in Aachen? Nein, nur noch bis Freitag. Also übernächstes Wochenende? Tut mir leid, da bin ich in Hamburg… Solche Gespräche hab ich original so schon geführt und kam mir ziemlich dämlich dabei vor. Wie ein Abklatsch dieser furchtbar wichtigen Investmentbanker aus der Fernsehwerbung. Tokio? New York? Nein, umsteigen in Hamm.
Seit ich mich mit dem Web 2.0 beschäftige und meine ein, zwei Projekte ernsthaft betreibe, hat sich meine Reiseaktivität enorm verstärkt, und meinem beruflichen Umfeld gehts nicht anders. Zeit also dafür, erstens die Klasse des Train Set auszurufen. Das sind die Leute, die es zwar noch nicht zum Jet Set gebracht haben, aber mindestens genauso viel unterwegs sind - eben mit der Bahn.
Zweitens habe ich mich heute, auf freundliche Einladung von Andreas, bei dopplr angemeldet. Ein bestechend einfacher Dienst im Closed-Beta-Stadium, der mir den derzeitigen groben Aufenthaltsort und die zukünftigen Trips meiner Freunde anzeigt. So kann ich mich zum Beispiel schon mal am Rande des Barcamp Berlin verabreden und nachsehen, ob ich mich mit einem anderen vielreisenden Netzwerker irgendwann mal wieder in einer Stadt befinde.
Wer meint, dass ich mich für seine Reisedaten interessieren könnte, kann mich gerne anmailen. Ich schick dann eine Einladung los.
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Tags: dopplr, Reisen, Train Set
10. Oktober 2007
Es gibt diese perfekten Tage. Ohne Ankündigung oder besonderen Grund. Ohne Planung. Der perfekte Tag. An dem die Sonne noch etwas wärmer scheint, an dem das Radio nur gute Musik spielt, an dem man nur netten Menschen begegnet und das Leben es gut mit einem meint. Sonntag war so ein Tag. Ein Tag, an dem ich VW Polo fahren kann, mir vorstelle, es wär ein Alfa Spider, und in einem echten Cabrio kein schöneres Gefühl haben könnte.
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Tags: Alfa Spider, Glück, Sonnenschein, VW Polo, Zufriedenheit